Book 1
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Das ist es, was ich über die ältere Zeit ermittelt habe. Man darf aber ja nicht jeder uns überlieferten Nachricht gleich Glauben schenken. Denn die Menschen sind nur zu geneigt, alles, was man ihnen von älteren Zeiten erzählt, ohne weiteres für Wahrheit zu nehmen, selbst wenn es sich dabei um die eigene Heimat handelt. So glaubt man zum Beispiel in Athen allgemein, daß Hipparchos Tyrann gewesen, als er von Harmodios und Aristogeiton ermordet wurde, und weiß nicht, daß damals Hippias als ältester Sohn des Peisistratos regierte, Hipparchos und Thessalos aber nur seine Brüder waren. Da aber Harmodios und Aristogeiton an dem Tage, als sie die Tat grade ausführen wollten, Verdacht schöpften, daß der Plan von einem ihrer Mitwisser verraten und Hippias bereits gewarnt sei, so ließen sie diesen leben, und um wenigstens nicht umsonst gefangen und gehangen zu werden, ermordeten sie Hipparchos, der ihnen beim Leokorion, wo er den Pan athenäenzug ordnete, zufällig in den Weg kam. Auch anderswo hat man in Griechenland über Dinge, die nicht etwa der grauen Vorzeit, sondern noch ganz der Gegenwart angehören, vielfach falsche Vorstellungen; so glaubt man zum Beispiel, daß in Lakedämon jeder der beiden Könige bei der Abstimmung nicht nur eine, sondern zwei Stimmen habe, und daß es dort eine Pitanatische Schar gebe, die es nie gegeben hat. Die meisten Menschen geben sich gar nicht die Mühe, zu unter suchen, ob es mit einer Sache auch seine Richtigkeit hat, sondern essen eben den Brei, wie er ihnen vorgesetzt wird.