Book 1
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Nachdem nun die Tyrannen vom Hellenischen Boden vertrieben waren, fand nicht lange danach bei Marathon die Schlacht zwischen 490 Ch Persern und Athenern Statt. ^m zehnten Jahre danach kam dann 480 Ch der Barbar wieder mit jenem grossen Heereszug, um Hellas in die Knechtschaft zu zwingen. Da nun diese große Gefahr über Aller lich, daß zwischen 500 und 400 v. Chr. die Vermögensungleichheit in Sparta aum geringer war als anderswo. Während des peloponnesifchen Krieges bereicherten sich Einige in großem Maßstab; das Gesetz, welches den Besitz von Gold und Silber untersagte, wurde umgangen und dann stillschweigend aufgehoben. Den Todesstoß endlich erhielt die Gleichheit, als Epitadeus das Gesetz durch- brachte, das Jedem erlaubte, über sein Gut durch eine Schenkung unter Lebenden und durch Testament frei zu verfügen, „wovon die Folge war, daß die Aermeren sich leicht bestimmen ließen, ihr Gut für einen lockenden Preis an Reiche zu überlassen und es so ihren Kindern zu entziehen, die dann, wenn der Kaufpreis verzehrt war, Nichts mehr besaßen. Verlauf des Guts war freilich auch durch das Gesetz des Epitadeus nicht erlaubt; es springt aber in die Augen, wie leicht ein wirklicher Verkauf unter der Form einer Schenkung oder einer testamentarischen Verfügung versteckt werden konnte." (Schömanu, Griech. Alterth. I, S. 223.) So wurde der Untergang des Adelstaates durch die einreißende Gsldwirthschaft herbeigeführt. Warum aber betrieben die Lakedämonier den Sturz der Tyrannen? Die Lakedämonier hatten zwei Könige neben einander (Einen aus dem Geschlecht der Euristheniden oder Ägiden, den Andern aus dem der Prokliden oder Eurypontiden). Ihre Macht war von vornherein sehr beschränkt. Im Wesen der persönlichen Macht liegt das Streben-nach Erweiterung derselben bis zur Tyrannis. Erweitern konnten die spartanischen Könige ihre Macht, indem sie sich entweder auf die unterdrückten Landeseinwohner stützten und diesen gleiches Recht mit den Spartanern versprachen, falls sie ihre Pläne unter- stützten, oder indem sie sich an andere hellenische Alleinherrscher oder Tyrannen anschlössen. Um das Letztere zu verhüten, waren ihnen Ehen mit Auswärtigen untersagt: „Sie sollten nicht etwa durch Verbindung mit andern Fürstenhäusern zu dynastischer Politik und tyrannischen Gelüsten verleitet werden" (Eurtius, Griech. Gesetz. I, S. 133); denn das wäre ja der Todesstoß für die Adelsherrschaft gewesen. Noch sicherer aber war es, wo möglich gar keine Tyrannen in Hellas zu dulden. 53) Thukydides findet die Lykurgischen Gesetze gut, weil er selber Ausschreitungen der Demokratie erlebte, welche den Staat durch vielfache Umwälzungen an den Rand des Verderbens führten, während sich Sparta seit Lykurg innerer Ruhe erfreute. Häuptern schwebte, stellten sich die Lakedämonier, durch ihre Macht vorragend, an der mitkämpfenden Hellenen Spitze, und die Athener entschlossen sich beim Herannahen der Meder, die Stadt zu verlassen und mit ihrer Habe zu Schiff zu gehen, und wurden so Seeleute. Als sie darauf mit gemeinsamer Anstrengung den Barbaren zurückgewiesen hatten, währte es nicht lange, so spalteten sich die vom großen König abgefallenen Hellenen und die in jenem Kriege mitgekämpft hatten, und hielten sich ein Theil zu den Athenern, ein Theil zu den Lakedämoniern; denn diese beiden waren an Macht die hervorragendsten, die Einen zu Lande, die Andern zur See. Zwar dauerte die Kampfgenossenschaft noch einige Zeit, dann aber zerfielen die Lakedämonier und Athener unter einander und bekriegten sich, indem jedem Theile die Bundesgenossen zur Seite standen; und wo sonst unter den andern Hellenen irgend Feindschaft bestand, schloß man sich seitdem an eine dieser beiden Parteien. So hatten sie seit der Zeit des Persereinfalls bis zum jetzigen Kriege ununterbrochen bald Waffenstillstand, bald kämpften sie entweder unter einander, oder gegen ihre abgefallenen Bundesgenossen, brachten aber dabei ihr Kriegswesen zu einer gewissen Vollkommenheit und wurden darin, indem sie unter Gefahren sich übten, immer kundiger.