Book 1
57
Es war gleich nach der Seeschlacht bei Kerkyra, als sich die Athener zu diesem Schritt gegen Potidäa entschlossen; denn schon damals waren die Korinther ihre ausgesprochenen Feinde, und auch ihr bisheriger Freund und Bundesgenosse, König Perdikkas von Makedonien, der Sohn Alexanders, hatte sich mit ihnen überworfet, weil sie mit seinem Bruder Philipp und mit Derdas, seinen gemeinsamen Gegnern, ein Bündnis geschlossen hatten. In seiner Besorgnis knüpfte Perdikkas überall Verhandlungen an, schickte Gesandte nach Lakedämon, um im Peloponnes gegen Athen zu schüren, brachte die Ko rinther, denen es um den Abfall von Potidäa zu tun war, auf seine Seite und suchte auch die Chalkidier und Bottiaier im thrakischen Küstenlande zum Abfall zu bewegen, in der Hoffnung, im Bunde mit diesen seinen Nachbarn den Krieg leichter bestehen zu können. Die Athener aber, die dahinter gekommen waren, wollten dem Abfall der Städte vorbeugen, und da grade dreißig Schiffe und tausend Hopliten unter Archestratos, Lykomedes' Sohn, und zehn anderen nach Make- . donien abgehen sollten, wiesen sie die Befehlshaber der Schiffe an, sich in Potidäa Geiseln geben und die Mauer abbrechen zu lassen, auch auf die anderen Städte dort ein wachsames Auge zu haben, um deren Abfall zu verhüten.