Book 1
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„Ehrlichkeit in Politik und Verkehr versteht sich bei euch zu Lande so sehr von selbst, Lakedämonier, daß ihr immer un gläubig seid, wenn wir anderen uns über jemand beshcweren. Allerdings schützt euch das vor Übereilungen, ist aber doch auch wieder schuld daran, daß ihr über auswärtige Verhält nisse vielfach so schlecht unterrichtet seid. Wie oft haben wir euch vorhergesagt, was die Athener gegen uns im Schilde führten, aber niemals habt ihr es der Mühe wert gehalten, die Richtigkeit unserer Behauptungen ernstlich zu prüfen, weil ihr uns immer im Verdacht hattet, daß es nur kleinliche Sonder interessen seien, deretwegen man solche Rede führe. Deshalb habt ihr auch diesmal die Bundesgenossen nicht beizeiten zu sammenberufen, sondern erst jetzt, wo es ihnen bereits an den Kragen geht. Unter denen aber kommt es uns hier um so mehr zu, das Wort zu nehmen, je mehr grade wir Ursache haben, uns über den Übermut der Athener und über eure Gleichgültig keit zu beklagen. Wenn die Athener ihren Unfug in Griechen land im verborgenen getrieben hätten, dann müßte man frei lich denken, daß euch nichts davon bekannt geworden sei, und euch darüber belehren. Aber bedarf es jetzt noch langer Reden? Seht ihr doch selbst, wie sie die einen schon unterjocht haben und im Begriff sind, es mit anderen, und zwar grade unseren Bundesgenossen, ebenso zu machen, und auch für den Fall eines Krieges mit ihren Rüstungen längst fertig sind. Sonst hätten sie uns ja Kerkyra nicht mit Waffengewalt nehmen und Potidäa nicht belagern können, von denen dies für die Aus nutzung deS thrakischen Küstenlandes so günstig liegt, jenes aber den Peloponnesiern eine vortreffliche Flotte verschafft haben würde.