Book 2
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Früher schon, da sich die Peloponnesier gegen den Jsthmos zusammenzogen und auf dem Marsche dahin begriffen waren, und bevor sie noch attischen Boden betreten hatten, war es dein Perikles, des Xanthippos Sohn, der selbzehnt Feldherr der Athener war, als er sah, daß der Einfall bevorstehe, in den Sinn gekommen, ob nicht vielleicht Archidamos, weil er sein Gastsreund sei, entweder ans Bewegung seiner freundlichen Gesinnung seine eigenen Landgüter verschonen und nicht verwüsten möchte, oder auch ans Befehl der Lakedämunter, um gegen ihn Verdacht zu erregen, wie sie ja auch vorher schon seinetwegen die Sühnung des Fluches verlangt hatten. Darum erklärte er den Athenern in der Volksversammlung: daß Archidamos ihm Gastsreund sei, solle der Stadt nicht zum Schaden gereichen; wenn die Feinde seine Aecker und Häuser nicht wie die andern verwüsten würden, so trete er sie dem Gemeinwesen ab, und es dürfe hieraus ihm keine Verdächtigung erwahcsen. Für die jetzigen Umstände aber ermähnte er sie, wie auch früher, sich zum Kriege zu rüsten nnd vom Lande Alles in die Stadt zu schaffen. Eine Schlacht außerhalb der Mauern sollten sie nicht annehmen, sondern sich in die Stadt ziehen nnd diese bewachen, auch die Flotte rüsten, in welcher ihre Stärke gelegen sei. Die Angelegenheiten der Bundesgenossen dürften sie nicht aus der Hand lassen, denn aus den Stenerbeiträgen dieser, sagte er, fließe ihre Kraft, und die Hauptsache im Kriege werde durch Klugheit ind einen gefüllten Beutel entschieden. Im Uebrigen hieß er sie gutes Muthes sein, denn es gingen ja der Stadt in der Regel jährlich 600 Talente sgegen 900,000 Thlr.^j Steuern von den Bundesgenossen ein, ungerechnet die andern Einkünfte; überdies lagen damals aus der Burg noch 6000 Talente ^gegen 9 Millionen^ gemünzten Silbers; — als dieser Schatz den höchsten Betrag erreichte, fehlten an 10,000 Talenten nur dreihundert ^er belief sich also aus 10,550,000 Thlr.^j; davon waren aber die Kosten der Säulenhallen an der Burg und anderer Bauwerke, wie auch die der Unternehmung wegen Potidäa? bestritten worden. Außerdem, sagte er, habe auch der Vorrath an un- gemünztem Gold und Silber, die Weihgeschenke von Privatleuten und von Staats wegen, dann die heiligen Gerätschaften, wie sie bei Festzügen nnd Wettkämpfer, gebraucht werden, und was an medifchen Beute- stücken und sonst dergleichen vorhanden sei, einen Werth von nicht weniger als 500 Talenten. Dazu nahm er noch den nicht unansehnlichen Goldwerth von andern Heiligthümern, deren sie sich bedienen dürsten, 431 v. chr wie ja auch, wenn sie ganz und gar zum Aeuhersten gedrängt würden, . des Goldschmuckes an der Bildsäule der Göttin. Er zeigte, daß dies Bild 40 Talente des reinsten Goldes lnahezu 800,000 Thlr., das Goldtalent zu 19,328 Thlrn.) an sich habe, und daß Alles zum Herabnehmen eingerichtet sei. Hätte man sich desselben aber zur eigenen Rettung bedient, sagte er, so müsse man es dann auch wieder in ungeschmälertem Werthe ersetzen. So hob er ihren Muth durch Darlegung der vorhandenen Geldmittel. An Schwerbewaffneten, sagte er, hätten sie 13,000, ungerechnet die Besatzungen in den Festungen und die 16,000 Mann, die längs der Mnuerzinnen vertheilt seien; — denn so viele waren Anfangs als Besatzung der Stadt in Verwendung, als die Feinde einfielen, genommen aus den Aeltesten, Jüngsten uud Beisitzern, soviele deren Schwerbewaffnete waren. Die Länge der phalerischen Mauer nämlich bis zum Gürtel der Stadtmauern betrug 35 Stadien'"), und der Theil der Stadtringmaner, welcher besetzt gehalten wurde, war 43 Stadien lang; dein ein Stück, — das zwischen der langen und der phalerischen Mauer nämlich, — blieb unbesetzt. Von den langen Mauern nach dem Piräeus, welche 40 Stadien maßen, wurde die äußere Seite bewacht. Der ganze Umfang des Piräeus, Munychia mitgerechnet, betrug 60 Stadien, und was davon besetzt war, machte ungefähr die Hälfte aus. Die Reiterei gab er auf 1200 Mann an, eingerechnet die berittenen Bogenschützen, — die Bogenschützen zu Fuße auf 1600, und an seetüchtigen Dreiruderern hätten sie drei Hundert. Das Alles besaßen die Athener, und in keinem Stück weniger, — zur Zeit, als der erste Einfall der Peloponnesier bevorstand und sie gerüstet waren, den Kampf auszunehmen. Aber auch noch Anderes brachte Perikles vor, wie man es eben von ihm zu hören gewohnt war, um zu beweisen, daß sie den Krieg sieghaft überdauern würden.