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Ἱστορίαι Thucydides

Book 2

44 „Deshalb will ich euch Aeltern der Gefallenen, soviel eurer anwesend sind, nicht beklagen, sondern vielmehr nur trösten. Denn ihr selbst wißt, in wie vielfachem Wechsel des Glückes ihr gelebt habt, und daß glücklich sein nur dem zu Theil wurde, der einen so ruhmvollen Tod erlangt wie diese, und eine so ruhmvolle Trauer wie ihr, und dem es zugemessen wurde, in Dem auch seinen Tod zu finden, was das Glück seines Lebens ausmachte. Ich weiß wohl, daß es schwer ist, euer Gemüth zu überreden, da ihr ost Anlaß zur Erinnerung an jene haben werdet, wenn ihr Andere in einem Glücke seht, dessen ihr euch selbst einst erfreutet. Auch betrübt man sich ja nicht um Güter, durch deren Verlust unsere Zukunft keines gewohnten Genusses beraubt wird, sondern um solche, an deren Genuß man gewöhnt war. Aber auch in der Hoffnung auf andere Kinder sollen die ihr Gemüth auf« richten, die noch in dem Alter sind, Nachkommen zu erzielen; denn im eigenen Hause werden die Neugeborenen den Schmerz heilen um die, die nicht mehr sind, und dem Staate wird es doppelter Vortheil sein, nicht arm zu werden an Bürgern und an Sicherheit zuzunehmen. Denn es ist nicht möglich, daß Einer in recht gleicher Denkart mit den. Andern an den Berathungen um das Gemeinwohl theilnehme, wenn er nicht, wie die Andern, Kinder daran zu wagen hat. Ihr aber, die ihr über jenes Alter hinaus seid, sollt es als Gewinn betrachten, daß ihr den längeren Theil eures Lebens in Glück verbracht habt, und daß das Uebrige nur noch kurz sein wird; und an dem Ruhme dieser Todten möget ihr euer Gemüth heben, denn die Ehre allein ist nicht alternd, und in den Jahren unnützlicher Schwäche ist es nicht Geldgewinn, was am meisten erfreut, wie Viele sagen, sondern Ehre zu genießen."

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