Book 2
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„Laßt euch also durch solche Spießbürger nicht irremachen und seid mir, mit dem ihr ja selbst für den Krieg gestimmt habt, nicht böse, wenn die Feinde uns jetzt ins Land gekommen sind und es nur gemacht haben, wie eben nicht anders zu er warten war, wenn wir nicht zu Kreuze kriechen wollten. Dazu ist dann unerwartet noch die Pest gekommen, allerdings ein schweres Leiden, aber auch das einzige, worauf wir nicht ge faßt sein mußten. Ich weiß auch, daß ich ihretwegen noch besonders gehaßt werde, aber sehr mit Unrecht; ihr müßtet es denn auch mir zuschreiben, wenn euch mal ein unerwartetes Glück in den Schoß fiele. Was die Götter schicken, muß man mit Ergebung, was der Krieg bringt, mannhaft ertragen. So hat man die Sache hier in Athen immer angesehen, und so laßt es auch ferner bleiben. Unsere Stadt hat ja eben deshalb in der Welt den großen Namen, weil sie sich dem Unglück nie gebeugt und im Kriege weder Opfer an Menshcenleben noch Beschwerden gescheut hat und dadurch eine Macht geworden ist, wie sie bis dahin denn doch nie dagewesen. Und so wird sie auch für immer im Gedächtnis der Nachwelt fortleben, sollte es auch wirklich jetzt mit uns zurückgehen; denn die Bäume wachsen nun einmal nicht in den Himmel. Haben wir doch als Griechen über die meisten Griechen geherrscht, sowohl der Gesamtheit wie den einzelnen in gewaltigen Kriegen wider tsanden und unsere Stadt groß und blühend gemacht wie keine andere. Schlafmützen freilich werden davon nichts hören wollen; wer sich aber fühlt und es selbst zu was bringen will, wird uns nacheifern, und wenn ihm das nicht gelingt, uns wenigstens beneiden. Und wenn man uns jetzt haßt und gern los sein möchte, so ist das noch allen so gegangen, die das Zeug in sich fühlten, über andere zu herrshcen. Wer aber um den Preis von Ruhm und Größe auch Haß und Neid in den Kauf nimmt, macht kein schlechtes Geschäft; denn Haß währt nicht lange, der große Name aber, wenn man ihn mal hat, ist un sterblich. Nehmt also im voraus darauf Bedacht, was euch künftig Ehre und gegenwärtig keine Schande machen wird, und strebt danach, daß euch beides zuteil werde. Laßt euch mit den Lakedämoniern auf keine Verhandlungen ein, damit es nicht aussieht, als ob euch die jetzigen Beschwerden zu viel würden. Je weniger man im Unglück den Mut verliert, je steifer man den Nacken hält, um so besser wie für die einzelnen, so für die Staaten."