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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 2

75 Nachdem er die Götter also angerufen, ließ er sein Heer die Feindseligkeiten eröffnen und die Stadt, damit niemand mehr herauskönnte, zunächst mit einem Pfahlwerk umgeben, wozu die Bäume bereits gefällt worden waren. Darauf schüttete man einen Damm gegen die Stadt auf, und weil so viele dabei Hand anlegten, hoffte man, sie bald einnehmen zu können. Vermittels kreuzweis zusammengefügter Hölzer, die man auf dem Kithäron geschlagen hatte, wurde zu beiden Seiten des Dammes eine Art Spundwand hergestellt, damit der Schutt nicht zu sehr abschurrte; Holz, Steine, Erde und was sonst Dienliches darauf gebracht werden konnte, schleppte man herbei. Siebzig Tage wurde Tag und Nacht unausgesetzt daran ge­ arbeitet, wobei sich die Arbeiter ablösten, so daß während eine Schicht schanzte, die andere Zeit zum Essen und Schlafen hatte. Die den einzelnen Bundestruppen zugeteilten lake­ dämonischen Befehlshaber waren dabei mit zur Stelle und trieben die Leute zur Arbeit an. Als die Platäer den Damm I immer höher werden sahen, zimmerten sie ein hölzernes Turm­ werk, das sie da, wo der Damm auf die Stadtmauer stieß, auf der Mauer aufstellten und mit Ziegeln ausmauerten, die sie aus abgebrochenen Häusern dort in der Nähe entnahmen. Das hölzerne Gebälk hielt den Bau zusammen und sollte ihm bis oben Festigkeit geben. Auf der Außenseite wurden Tier­ häute und Leder angebracht, um das Holzwerk und die dort angestellten Leute gegen Feuerpfeile zu schützen. Der Turm erhob sich zu beträchtlicher Höhe, aber mit ihm um die Wette stieg auch der Damm ihm gegenüber empor. Nun verfielen die Platäer auf eine List; sie brachen ein Loch in die Stadt­ mauer, da wo der Damm an sie stieß, durch das sie den Schutt in die Stadt schafften.

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