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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 2

77 Da sie mit ihren Maschinen nichts ausrichteten und dem Damme gegenüber das Schutzwerk entstanden war, verzweifel­ ten die Peloponnesier daran, die Stadt mit den bisherigen Mitteln zu nehmen, und machten deshalb Anstalt, sie durch eine förmliche Umwallung einzuschließen. Vorher aber wollten sie es noch mit Feuer versuchen, ob sie die Stadt, die ja nicht groß war, bei günstigem Winde nicht in Brand stecken könnten. Denn sie waren auf jede Weise darauf bedacht, sie womöglich ohne große Kosten und ohne förmliche Belagerung zu bezwingen. Sie trugen also Reisigbündel herbei und warfen sie von der Höhe des Dammes erst in die Lücke zwischen dem Damme und der Stadtmauer, und nachdem diese bei der Menge der Hände schnell ausgefüllt war, auch in die Stadt selbst hinein, so weit ihnen das von oben gelingen wollte. Dann warfen sie Feuer mit Pech und Schwefel darauf und setzten dadurch das Reisig in Brand. Und nun entstand ein Flammenmeer, wie man es, von Menschenhand angelegt, nie gesehen, wenn man es auch wohl schon erlebt hatte, daß ein GebirgSwald dadurch, daß sich die Bäume im Winde aneinander rieben, von selbst in Brand geraten und in Feuer und Flammen auf­ gegangen war. Es war ein furchtbares Feuer, und die Pla­ täer, die bis dahin glücklich durchgekommen waren, wären ums Haar verloren gewesen. Denn ein großer Teil der Stadt war dadurch völlig unnahbar geworden, und wenn sich der richtige Wind aufgemacht hätte, worauf die Gegner gerechnet hatten, wäre niemand am Leben geblieben. Da aber, heißt es, sei zu ihrem Glück ein Gewitter mit wolkenbruhcartigem Regen eingetreten und dadurch die Flamme gelöscht und die Gefahr beseitigt.

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