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Ἱστορίαι Thucydides

Book 2

81 Als die Akarnanier hörten, daß ihnen ein großes Heer ins Land gefallen und außerdem eine feindliche Flotte gegen sie im Anzüge sei, zogen sie es vor, statt sich mit vereinten Kräften gegen den Feind zu wenden, sich einzeln ihrer Haut zu wehren, schickten aber zu Phormion und baten ihn um Hilfe. Der ließ ihnen jedoch sagen, daß er in diesem Augenblick, wo eben eine Flotte im Begriff sei, von Korinth auszulaufen, Naupaktos unmöglich sich selbst überlassen könne. Inzwischen rückten die Peloponnesier und ihre Verbündeten in drei Heer­ haufen gegen Stratos vor in der Absicht, in der Nähe der Stadt ein Lager zu beziehen und die Stadt, wenn sie sich nicht gutwillig ergäbe, zu erstürmen. In der Mitte marshcierten die Chaoner und die übrigen Barbaren, rechts von ihnen die Leukadier und Anaktorier, und was sich ihnen angeschlossen hatte, links Knemos selbst mit den Peloponnesiern und Am­ prakiern, die einzelnen Heerhaufen in weiten Abständen, mit­ unter so weit, daß sie sich gar nicht sehen konnten. Die Griechen marschierten vorsichtig und in guter Ordnung, bis sie an einen geeigneten Lagerplatz gelangen würden. Die Chaoner dagegen, die sich gewaltig fühlten und dort bei den Bewohnern des Festlandes für die besten Soldaten galten, dachten nicht daran, sich erst lange einen Lagerplatz zu suchen, sondern stürmten mit den übrigen Barbaren ungestüm voran in der Hoffnung, die Stadt gleich im ersten Anlauf zu nehmen und die Ehre des TageS allein zu haben. Die Stratier aber, die sie auf ihrem Marsche beobachteten, dachten, wenn sie die erst einzeln abgetan hätten, würden die Griechen auch schon zahm werden. Sie legten sich also vor der Stadt an vershciedenen Stellen in den Hinterhalt, ließen sie erst nahe herankommen und fielen dann gleichzeitig aus der Stadt aus dem Hinterhalt über sie her. Die Chaoner aber gaben Fersengeld, und viele von ihnen blieben auf dem Platze. Als die übrigen Barbaren sie fliehen sahen, hielten auch sie nicht länger stand, sondern machten sich auf die Flucht. In den beiden griechischen Heerhaufen hatte man von diesem Gefechte nichts bemerkt, da die Barbaren weit voraus waren und man glaubte, sie hätten ihren Marsch nur beschleunigt, um sich schneller in den Besitz eines Lager- platzes zu setzen. Als sie dann aber die Barbaren in wilder Flucht auf sie einströmen sahen, zogen sie ihre Heeresteile zu­ sammen und blieben den Tag über dort stehen. Die Stratier gingen auch nicht zum Angriff über, weil die übrigen Akar­ nanier noch nicht eingetroffen waren, begnügten sich vielmehr damit, sie von weitem mit ihren Schleudern zu bewerfen und dadurch zu beunruhigen; denn ohne schwere Rüstung durften sie sich nicht weiter vorwagen. Die Akarnanier gelten nämlich für besonders geschickte Schleuderer.

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