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Ἱστορίαι Thucydides

Book 2

85 Dem aber stellten die Lakedämonier jetzt Timokrates, Brasidas und Lykophron als Beiräte zur Seite und ließen ihm bedeuten, er möge es das nächste Mal besser machen und sich nicht von ein paar Schiffen von der See wegfegen lassen. Denn die Sache schien ihnen unbegreiflich, hauptsächlich weil sie sich hier zum erstenmal in einer Seeschlacht versucht und von der Minderwertigkeit ihrer Flotte keine Ahnung hatten, sondern glaubten, man sei nicht schneidig genug draufgegangen. Daß die Athener die lange Erfahrung hatten, sie selbst aber erst Anfänger waren, brachten sie nicht in Anschlag. In ihrem Unwillen darüber schickten sie ihm nun die drei Männer. Diese sandten auch gleich nach ihrer Ankunft bei Knemos an alle Städte den Befehl, Schiffe zu stellen, ließen auch die noch vorhandenen wieder ausbessern, um von neuem eine Schlacht zu wagen. Aber auch Phormion sandte nach Athen einen Bericht über die gewonnene Schlacht und die neuen Rüstungen der Feinde mit der Bitte, ihm unverzüglich so viel Schiffe wie möglich zu schicken, da er täglich auf eine Schlacht gefaßt sein müsse. Die Athener schickten auch zwanzig Schiffe an ihn ab, trugen aber dem Befehlshaber auf, auch Kreta bei der Ge­ legenheit anzulaufen. Der Kreter Nikias aus Gortyua, ihr dortiger Staatsgastfreund, hatte ihnen nämlich zu einem Ab­ stecher nach Kpdonia geraten und versprochen, ihnen zur Herr­ schaft über diese, ihnen damals feindliche Stadt zu verhelfen. In der Tat aber hatte er es nur den Polichnitern, den Nach­ barn der Kydonier, zu Gefallen getan. Der Athener mit seinen zwanzig Schiffen kam auch wirklich nach Kreta und verheerte dort mit den Polichnitern das Gebiet der Kydonier, wurde darauf aber erst durch widrige Winde, dann durch Windstille längere Zeit dort festgehalten.

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