Book 2
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„Die vorige Schlacht, Landsleute, wenn ihr eucks darum vor einer neuen fürchtet, bietet dazu denn doch wirklich keinen vernünftigen Grund. Damals waren wir, das wißt ihr ja, ungenügend gerüstet und hatten es bei unserer Fahrt gar nicht auf eine Seeschlacht, sondern auf einen Feldzug zu Lande ab gesehen. Zufällig kamen dann auch noch verschiedene andere unglückliche Umstände dazu. Außerdem war es unsere erste Seeschlacht, und es fehlte uns deshalb wohl noch an der nötigen Erfahrung. Es lag also nicht an Mangel an Mut, wenn wir geschlagen wurden. Wir haben uns in dieser Be ziehung wahrlich nichts vorzuwerfen und unsere Niederlage nicht der größeren Tapferkeit unserer Gegner zuzuschreiben. Es wäre deshalb sehr verkehrt, wollten wir mutlos werden, nur weil wir einmal Unglück gehabt haben. Unglück haben kann jeder, aber wer überhaupt Mut hat, wird ihn auch im Unglück nicht verlieren und seine Unerfahrenheit nicht zum Deckmantel der Feigheit machen. Sind sie euch an Erfahrung voraus, so seid ihr ihnen an Mut um so mehr überlegen, und ihre bessere Ausbildung würde sie nur, wenn zugleich mit Tapferkeit gepaart, in den Stand setzen, das, was sie gelernt, auch in der Gefahr nicht zu vergessen. Ohne Tapferkeit hilft im Augenblick der Gefahr alle Geschicklichkeit nichts; denn Furcht nimmt die Besinnung, und ohne kalten Mut ist alle Geschicklichkeit nichts nütze. Bringt also ihrer größeren Er fahrung gegenüber eure größere Tapferkeit in Anschlag, gegen über der Furcht wegen der früheren Niederlage aber unsere damalige ungenügende Rüstung. Außerdem habt ihr ja noch den Vorteil der größeren Schiffszahl und daß ihr die Schlacht an der heimischen Küste und im Angesicht unseres Landheeres liefern werdet. In der Regel entscheidet doch die größere Zahl und die bessere Rüstung den Sieg. Wir finden also schlechter dings keinen Grund zu der Befürchtung, daß wir die Schlacht verlieren würden. Und grade die Fehler, die wir früher ge macht haben, werden uns jetzt zur Lehre dienen. Also nur Mut, Steuerleute, Mut, Matrosen; jeder tue seine Schuldig keit, und keiner weiche von dem Platze, der ihm angewiesen wird. Wir werden euch ins Gefecht führen und unsere Sache besser machen als die vorigen Befehlshaber, aber auch niemand durch die Finger sehen, der einen Vorwand suchen würde, sich zu drücken. Sollte es trotzdem vorkommen, wird der Betreffende dafür gebührend bestraft werden, wer sich aber gut macht, die verdiente Auszeichnung für Tapferkeit erhalten."