Book 2
42.4
Von diesen aber hat weder einer, die Genüsse des Lebens voranstellend, in Wohlsein sich verweichlichen lassen noch in der Hoffnung seiner Armut durch Reichwerden zu entgehen es von sich geschoben dem Schrecklichen sich zu stellen. Die Züchtigung des Feindes war ihnen ersehnter, und indem sie die Gefahr des Todes als das Schönste empfanden, gedachten sie ihr zum Trotz den Feind zu züchtigen und damit zugleich das schönste Los zu gewinnen. Den unsichtbaren Erfolg überließen sie der Hoffnung, in der vor Augen liegenden Tat aber die es galt glaubten sie sich selber vertrauen zu müssen und gaben dabei Kampf und Tod den Vorzug vor Weichen und Rettung des Lebens. Schimpfliche Nachrede nur war es der sie zu entgehen trachteten. Die Tat aber bestanden sie mit ihrem Leibe, und auf einer ganz schmalen Schicksals schneide, vom höchsten Atem des Ruhmes umweht, fern aller Furcht, sind sie geschieden. —
43.1
Also handelnd taten dem Staat sie Gebühr —: und sie wurden zu Helden. Die überlebenden aber sollen, wenn sie auch beten mögen um ein gnädigeres Schicksal, keine minder herrliche Gesinnung vor dem Feinde erweisen zu dürfen vermeinen. Denn allein den Nutzen einer solchen sollen sie nicht berechnend ins Auge fassen, den einer wohl dartun kann indem er euch weitschweifig vorredet was ihr schon wißt: wie gut und köstlich es sei den Feinden zu wehren; vielmehr sollt ihr, die Macht eurer Stadt Tag für Tag in solchem Wirken vor Augen sehend, sie liebgewinnen; und wenn sie euch groß dünkt an Ansehen, so bedenkt daß kühne Männer, die wußten was not tut und handelten wie es die Ehre ihnen gebot, dies alles errungen haben — die, wenn auch einmal ein Unternehmen fehlschlug, nun nicht gleich dem Staat ihre Kraft zu entziehen für gut befanden sondern sich ihm als schönstes Opfer darbrachten.