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Ἱστορίαι Thucydides

Book 3

29 Die Peloponnesier aber auf den vierzig Schiffen, die in aller Eile hätten herankommen sollen, säumten sich schon in den Peloponnesischen Gewässern, und auch aus der weiteren Fahrt rückten sie nur langsam vorwärts. Die Athener in der Stadt erhielten nicht eher Kenntniß von ihnen, als bis sie sich bei Delos zeigten. Als sie von da weiter nach Ikaros und Mykonos kamen, erhielten sie zuerst die Nachricht, Mytilene sei genommen. Da sie aber Gewißheit haben wollten, so segelten sie nach Embaton im Erythräischen ^am Vorgebirge Kara Burun vor dem Busen von Smyrna^. Sieben Tage ungefähr waren seit der Einnahme Mytilene? verflossen, als sie bei Embaton landeten. Da erhielten sie denn Gewißheit und beriethen nun, was unter diesen Umständen zu thun sei, und Teutiaplos, ein Mann aus Elis, sprach zu ihnen also:
30 „Alkidas und ihr andern Heerführer der Peloponnesier, soviel unserer hier sind! Mir scheint, wir sollten ungesäumt auf Mytilene lossegeln, bevor wir noch ausgekundschaftet werden. Wir wer- 427 v. Chr. den gewiß die Feinde, die eben erst die Stadt eingenommen haben, in großer Sorglosigseit überraschen, zumal auf der See, von woher jene am allerwenigsten das Erscheinen des Feindes erwarten, und aus der wir ihnen jetzt grade überlegen sind. Gewiß sind auch ihre Landtruppen , wie es beim Sieger natürlich ist, sorglos durch die Häuser zerstreut. Wenn wir also unversehens und zur Nachtzeit über sie herfallen, so ist Hoffnung, daß wir mit Hülfe derer in der Stadt, wenn überhaupt noch Einer von unserer Partei übrig ist, das Ganze wieder an uns reißen. Zaudern wir also nicht vor der Gefahr, sondern glauben wir, daß dieß eben ein solcher Ueberrashcungssall im Kriege ist, wie ihn ein Feldherr wohl bei sich selbst verhüten soll, den er aber, am Feinde bemerkt, allsogleich benutzen muß, will er anders großen Erfolg haben."

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