Book 3
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„Darum, wenn ihr überzeugt seid, daß ich recht habe, und nicht an Mitleid und Milde zu viel tun wollt - denn auch ich bin keineswegs dafür, darin zu weit zu gehen-, so macht es aus den angeführten Gründen, wie ich vorschlage, urteilt die Mytilener, welche Paches als die Schuldigen hierher geschickt hat, ruhig ab, die übrigen aber laßt in Frieden. Das ist für die Zukunft das beste und Warnung genug für unsere Feinde. Mit vernünftiger Überlegung kommt man seinen Feinden gegenüber weiter als mit unverständigen Gewalt streichen."
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So Diodotos. Trotz der Reue über ihren ersten Beschluß entstand unter den Athenern nach diesen Reden, in denen die vershciedenen Standpunkte am schärfsten zum Ausdruck kamen, ein lebhafter Meinungsstreit, und bei der Abstimmung war die Zahl der Stimmen auf beiden Seiten nahezu gleich; doch war die Mehrheit für Diodotos. Auch schickte man gleich mit größter Eile eine zweite Triere ab, damit die erste, beinah vierundzwanzig Stunden früher abgefahrene, nicht eher ankäme und man die Stadt nicht schon vernichtet fände. Die myti lenischen Gesandten hatten Wein und Brot an Bord bringen lassen und der Mannschaft große Versprechungen gemacht, wenn ihr Schiff früher ankäme als das erste. Infolgedessen wurde die Fahrt dergestalt beschleunigt, daß die Leute gleich zeitig ruderten und Nahrung zu sich nahmen, Brot mit Wein und Hl angerührt, und während die eine Hälfte schlief, die andere ruderte. Glücklicherweise herrschte niemals widriger Wind, und da das erste Schiff mit dem Blutbefehl an Bord sich nicht sonderlich beeilt, das andere aber den Weg mit solcher Schnelligkeit zurückgelegt hatte, war das erste nur so viel früher angekommen, daß Paches den Beschluß eben hatte lesen können und im Begriff war, den Befehl auszuführen, als daS zweite ankam und die Stadt rettete. Um ein Haar nur, und Mytilene wäre verloren gewesen.