Book 3
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Um dieselbe Zeit in diesem Sommer mußten die Platäer, die nichts mehr zu leben hatten und die Belagerung nicht länger aushalten konnten, sich den Peloponnesiern ergeben, und das kam so: Die Peloponnesier unternahmen einen Sturm auf die Stadtmauer, und die Platäer konnten ihn nicht ab wehren. Der lakedämonische Befehlshaber, welcher merkte, daß ihre Kräfte zu Ende gingen, wollte jedoch die Stadt wo möglich nicht mit Sturm nehmen. So war es ihm nämlich aus Lakedämon unter den Fuß gegeben, damit, wenn beim etwaigen Friedensschlüsse mit den Athenern beide Teile sich zur Herausgabe der im Kriege eroberten Plätze verpflichten sollten, Platää als eine freiwillig übergetretene Stadt nicht mit herausgegeben zu werden brauche. Er schickte also einen Herold an sie ab und ließ ihnen sagen, ob sie ihre Stadt nicht lieber freiwillig den Lakedämoniern übergeben und sie als Richter annehmen wollten, wo dann die Schuldigen ihre Strafe erhalten, die Unschuldigen aber frei ausgehen würden. Der Herold richtete seinen Auftrag aus, und da sie mit ihren Kräften völlig zu Ende waren, übergaben sie die Stadt. Die Peloponnesier versahen sie nun einige Tage mit Lebensmitteln, bis die aus Lakedämon erwarteten fünf Richter ankamen. Indessen wurde, als diese eingetroffen waren, eine Anklage überhaupt nicht erhoben, sondern man ließ sie vortreten und legte ihnen einfach die Frage vor, was sie im Laufe deS Krieges für die Lakedämonier und deren Bundesgenossen getan hätten. Sie baten jedoch, sich über die Sache eingehender äußern zu dürfen, und wählten zu dem Ende zwei Männer auS ihrer Mitte, Astymachos, Asopolaos' Sohn, und Lakon, Aeimnesos' Sohn, den dortigen Staatsgastfreund der Lake dämonier, welche nun vortraten und also redeten: