Book 3
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„Im Vertrauen auf euch, Lakedämonier, haben wir unsere Stadt übergeben. Wir glaubten bei euch auf ein regelrechtes und kein so formloses Verfahren rechnen zu können, wollten auch niemand als euch, vor denen wir hier tsehen, zu Richten? haben, weil wir von euch am ersten ein gerechtes Urteil er warteten. Jetzt aber müssen wir fürchten, uns in beider Hin sicht geirrt zu haben. Denn wir haben allen Grund zu ver muten, daß kurzer Prozeß mit uns gemacht werden soll, und daß wir an euch keine unparteiischen Richter finden werden. Wir schließen das daraus, daß vorher keine Anklage erhoben und uns zur Erklärung mitgeteilt ist - haben wir doch selbst erst ums Wort bitten müssen -, und weil die Frage so kurz ist. Wenn wir diese der Wahrheit gemäß beantworten, so sind wir verloren; sagen wir aber die Unwahrheit, ist der Gegenbeweis leicht geführt. So bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Heil wenigstens mit einer Rede zu versuchen. Denn wer in solcher Lage seine Rede für sich behält, wird sich nachher doch sagen lassen müssen: wenn du sie gehalten hättest, wärest du vielleicht glücklich davongekommen. Zu alle dem kommt für uns noch die Schwierigkeit, Gehör bei euch zu sinden. Wenn wir einander nicht kennten, so würden wir zu unserer Rechtfertigung vielleicht neue, euch noch unbekannte Beweise beibringen können, so aber vermögen wir nichts an zuführen, was euch nicht schon bekannt wäre. Auch fürchten wir nicht sowohl, daß ihr den Stab über uns brecht, weil ihr von vornherein überzeugt seid, unsere Verdienste seien geringer als die euren, als daß ihr uns anderen zu Gefallen vor ein Gericht gestellt habt, welches sein Urteil längst fertig hat.