Book 3
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„Und doch, bei den Göttern unseres alten Bundes und um unserer Verdienste um die Griechen willen fordern wir euch auf, lenkt ein und laßt euch erweichen, und wenn ihr wirklich den Thebanern schon etwas versprochen habt, so ver langt nun eurerseits von ihnen, daß sie euch freiwillig der Verpflichtung entbinden, eure Wohltäter zu töten, um Dank zu ernten, der euch Ehre und nicht Schande macht, und euren guten Namen nicht anderen zu Gefallen zu verscherzen. Wollt ihr uns das Leben nehmen, so ist das freilich bald getan, aber unser Blut wird euch lange an den Händen kleben. Denn wir sind keine Feinde, die ihr mit gutem Gewissen töten dürftet, sondern eure Freunde und haben nur notgedrungen zu den Waffen gegriffen. Darum wäre es eure heilige Richter- pflicht, uns das Leben zu lassen und nicht zu vergessen, daß wir uns freiwillig ergeben haben und als Schutzflehende zu euch kommen, die man nach griechischem Recht nicht töten darf, und euch zudem allezeit Freundesdienste erwiesen haben. Seht hier die Gräber eurer Väter, die im Perserkriege in unserem Lande gefallen und begraben sind. Iahrein, jahraus haben wir sie mit Kleidern und allem, was sonst Sitte ist, von Staats wegen geehrt und ihnen die Erstlinge von den Früchten unseres Landes dargebracht, weil wir ihnen als alten Waffen brüdern und Söhnen eines befreundeten Landes ein liebevolles Andenken bewahrten. Und ihr wolltet statt dessen solch ein ungerechtes Urteil gegen uns fällen! Pausanias hat sie ja doch bei uns in der Voraussetzuug bestattet, daß sie hier in Freundesland und unter Freunden ruhen würden. Wolltet ihr unS nun töten und unser Land thebanisch machen, würdet ihr dann nicht eure Väter und Angehörigen in Feindesland und unter ihren Mördern lassen und ihnen die Ehren entziehen, welche sie gegenwärtig genießen? Dazu knechtet ihr ein Land, in dem die Freiheit der Griechen begründet wurde, verödet die Tempel der Götter, mit deren Beistand sie die Perser be siegt haben, und beraubt deren Gründer und Erbauer der alt hergebrachten Opfer.