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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 3

59 „Es würde euch keine Ehre machen, Lakedämonier, wolltet ihr euch an Recht und Sitte der Griechen und an euern Vor­ sahren so versündigen, eure unschuldigen alten Freunde fremdem Hasse aufzuopfern. Darum erweicht euren harten Sinn, habt Mitleid mit uns und laßt uns leben. Bedenkt, wie schrecklich und unverdient unser Los sein würde, und wie unberechenbar das Unglück auch den Besten treffen kann. Wir bitten euch, wie es uns geziemt und die Not gebeut, der Eide eingedenk zu sein, welche' eure Väter uns geschworen haben, und flehen zu den von allen Griechen auf gemeinschaftlichen Altären ver­ ehrten Göttern, daß es uns gelingen möge, euer Herz zu rühren. Als Schutzflehende an den Gräbern eurer Väter rufen wir die Toten an, uns nicht unter die Thebaner kommen zu lassen und uns, ihre besten Freunde, nicht ihren ärgsten Feinden preiszugeben, erinnern sie auch heute in unserer Todesnot an den Tag, wo wir mit ihnen die herrlichsten Taten vollbracht haben.
59 „Nun aber müssen wir schließen, so schwer uns das insunserer Lage wird; denn damit tritt der Tod hart an uns heran. Zum Schluß aber erklären wir nochmals, daß wir die Stadt nicht den Thebanern übergeben - lieber wären wir Hungers gestorben sondern uns vertrauensvoll an euch gewandt haben. Wenn ihr uns also nicht erhört, so ist es eure Pflicht, uns wieder in den vorigen Stand zu setzen und uns wenigstens die Wahl zu lassen, welches Todes wir sterben wollen. Damit beschwören wir euch, uns Platäer, die wir so heldenmütig für Griechenland gekämpft haben und euch jetzt im Vertrauen aus euch, Lakedämonier, um euren Beistand anflehen, nicht unseren bittersten Feinden, den Thebanern, auszuliefern. Nehmt uns in euren Schutz und verschmäht es, die ihr euch rühmt, die Befreier Griechenlands zu sein, unsere Henker zu werden."

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