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Ἱστορίαι Thucydides

Book 3

58 „Doch bitten wir euch bei den Göttern, bei denen wir einst unseren Waffenbund beshcwuren, und bei unserem Verdienst um die Hellenen: lasset euch bewegen und ändert euren Entschluß, wenn ihr den Thebanern bereits schon ein Versprechen gegeben habt. Wir fordern als Belohnung unseres Verdienstes, daß ihr nicht solche tödtet, die zu tödten sich nicht geziemet, und daß ihr lieber um einen Dank werbt, der mit der Ehre besteht, als um einen, der Schimpf bringt. Wollet nicht Andern ein Vergnügen machen, indem ihr selbst Unehre auf euch nehmet! Unsere Leiber sind wohl schnell abgethan, schwer aber ist es, Schande vergessen zu machen. Denn ihr werdet an uns keine Feinde bestrafen, was ganz nach Recht geschähe, sondern freundlich Gesinnte, die nur die Noth zwang zu den Waffen zu greifen. Nach Recht also würdet ihr entscheiden, wenn ihr uns des Lebens sichertet und bedenken wollt, daß wir freiwillig und mit aufgehobenen Händen flehend zu euch gekommen sind — und die Hellenen haben unter sich das Gesetz, daß solche nicht getödtet werden dürfen — und bedenket, daß wir uns allerwege euch freundlich erwiesen haben. 427 v. Chr. Schauet her auf diese Gräber eurer Väter, die gegen die Meder gefallen sind und von uns begraben wurden. Wir haben sie Jahr um Jahr aus öffentlichem Wesen geehrt, mit schöner Gewandung und wie es sonst Sitte ist, und von Allem, was im Jahreslauf die Erde hervorbringt, haben wir ihnen die Erstlinge dargebracht, ihrer als Männer aus befreundetem Lande freundlich gedenkend, wie Bundesgenossen der Waffenbrüder. Davon würdet ihr nun das Gegentheil thun, wenn ihr jetzt nicht nach Gebühr entschiedet. Denkt doch, Pausanias hat diese hier begraben, weil er sie in freundlicher Erde und neben freundlich gesinnten Männern zu betten glaubte. Wenn ihr aber nun uns tödten und das Platäifche Land zu Thebanischem machen wollt, was thut ihr da anders, als daß ihr eure Väter und Blutsverwandte in feindlichem Boden und bei ihren eigenen Mördern und beraubt der Ehrengaben zurücklaßt, die sie jetzt noch genießen? Zudem gebt ihr die Erde, auf welcher die hellenische Freiheitsschlacht geschlagen wurde, in die Knechtschaft, und die Heiligthümer der Götter, zu denen betend jene über die Meder gesiegt haben, laßt ihr wüst und öde, und die Gründer und Stifter beraubt ihr der Opfer, die unsere Väter brachten."

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