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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 3

81 Noch in der Nacht brachen die Peloponnesier in aller Eile auf und machten sich an der Küste entlang auf den Rück­ weg. Bei Leukas zogen sie, um bei der Fahrt um die Insel nicht gesehen zu werden, ihre Schiffe über die Nehrung und kamen auch glücklich nach Hause. Als die Kerkyräer hörten, daß die athenische Flotte im Ansegeln nnd die feindliche ab­ gezogen sei, nahmen sie die Messenier, die bis dahin draußen gelegen hatten, in die Stadt auf und ließen die von ihnen be­ mannten Schiffe nach dem hylläischen Hafen herumfahren, töteten auch auf der Fahrt alles, was ihnen von Gegnern in die Hände fiel. Die Leute, welche sich auf ihr Zureden zum Schiffsdienst verstanden hatten, setzten sie wieder an Land und brachten sie um. Dann zogen sie nach dem Heratempel und überredeten etwa fünfzig der darin befindlichen Flüchtlinge, sich einem gerichtlichen Verfahren zu unterwerfen, und ver­ urteilten sie alle zum Tode. Die meisten aber, die sich dem nicht unterworfen hatten und nun sahen, wie es den anderen erging, brachten einander im Heiligtum um, erhängten sich an den Bäumen oder nahmen, so gut eben jeder konnte, sich selbst das Leben. Sieben Tage, solange Eurymedon nach seiner Ankunft mit den sechzig Schiffen dort blieb, währte das Morden der Kerkyräer gegen alle, welche ihrer Meinung nach in der Stadt zu ihren Gegnern gehörten. War es dabei zunächst nur auf diejenigen abgesehen, die den Sturz der Demokratie ver­ schuldet, so wurden doch auch manche aus Privatfeindschaft oder Gläubiger von ihren Schuldnern umgebracht. Ein grausiger Zug des Todes! Was immer bei solchen Gelegenheiten Ent­ setzliches vorzukommen pflegt, wurde hier womöglich noch über­ boten. Väter töteten ihre Söhne; die Menschen wurden von den Altären gerissen und an den Stufen niedergemacht. Einige mauerte man im Tempel des Dionysos ein und ließ sie darin verschmachten.

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