Book 3
94
In demselben Sommer um die Zeit, wo die Athener in Melos waren, hatten die Athener von den dreißig Schiffen am Peloponnes erst bei Ellomenos in Leukadien aus einem Hinter halt einen Teil der dortigen Besatzung niedergemacht; später erschienen sie dann vor Leukas mit größeren Kräften, den Akarnaniern, die sich ihnen mit Ausnahme der Oiniader mit ihrem Heerbann angeschlossen hatten, Zakynthiern, Kepha leniern und fünfzehn Schiffen aus Kerkyra. Die Leukadier kamen, obwohl ihr Land zu beiden Seiten der Landenge, auf der Leukas und der Tempel des Apollon liegt, verwüstet wurde, nicht heraus, weil sie sich der Übermacht nicht gewachsen fühlten. Die Akarnanier aber verlangten von Demotshenes, dem athenischen Feldherrn, er solle die Stadt durch eine Mauer einschließen, da sie glaubten, sie auf diese Weise leicht zu er obern und damit eine ihnen von jeher feindliche Stadt loszu werden. Zu gleicher Zeit schlugen ihm die Messenier vor, mit dem unter seinem Befehl vereinigten großen Heere doch gleich gegen die Atolier zu ziehen, die Feinde von Naupaktos, nach deren Unterwerfung es ihm ein leichtes sein würde, auch die übrige festländische Bevölkerung dort für Athen zu gewinnen. Die Atolier wären allerdings ein zahlreiches und kriegerisches Volk, führten aber nur leichte Waffen, wohnten auch in offenen, weit auseinanderliegenden Ortschaften, so daß man ise', ehe sie ihr Heer beisammen hätten, unschwer werde unterwerfen können. Ihrer Meinung nach müsse er sich zuerst gegen die Apodoter wenden, dann gegen die Ophioner und nach ihnen gegen die Eurytaner, welche den größten Teil der Bevölkerung Ätoliens bildeten, aber eine unverständliche Sprache sprächen und angeblich rohes Fleisch äßen.