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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 3

96 Die Nacht über lag er mit dem Heerhaufen im Heiligthum des neme'i'shcen Zeus, in welchem der Dichter Hesiodos von den dortigen Einwohnern soll erschlagen worden sein, nachdem ihm ein Orakel verkündet hatte, daß ihm dieß in Nemea geschehen werde, und mit der Morgenröthe brach er auf und marfchirte in Aetolien ein. Auch nahm er am ersten Tage noch Potidania, Tags darauf Krokyleion und am dritten Teichion, und daselbst verweilte er und sandte die Beute nach Eupalion in Lokris. Sein Gedanke war nämlich, wenn er die andern Landstriche unterworfen habe, sich auf Neupaktos zurückzuziehen und dann später erst gegen die Ophioneer in's Feld zu rücken, wenn sie nicht nachgeben wollten. Den Aetolern aber blieb diese Veranstaltung schon von vorn herein, als der Plan gefaßt wurde, nicht verborgen; als aber nun das Heer eingefallen war, so zogen sie ins- 50) In Phokis standen zwei Parteien einander gegenüber. Die Masse der Bevölkerung war demokratisch und für Athen gesinnt, die Delphier aber und besonders die Prtestergeschlechter oligarchisch und deßhalb für Sparta. Sparta wollte überdies, da Athen das Oberpriesterthnm ans Delos an sich gebracht hatte, vergl. l, 8. II, 104., seinerseits als Gegengewicht das Vorsteheramt in Delphi, da daS dortige Orakel in der hellenischen Volks-Meinung vom höchsten Gewicht war. Auch hatte sich ja der Gott gradezu für die Spartaner erklärt l, lIS. Das Schwankende der politischen Stellung erhellt, wie aus dieser Stelle, so aus I, 107. III, II, 9. IlI, 101. u. a. 426 v. Chr. gesammt mit großer Mannschaft zur Abwehr heran, so daß sogar die hintersten von den Ophioneern, die am melischen Busen sitzen, die Bomieer und Kallieer, mit heranrückten.

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