Book 4
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„Die Lakedämonier fordern ench auf, Frieden zu schließen und dem Krieg ein Ende zu machen, und bieten euch ihrerseits Frie den und Bundesgenossenschaft und alle Freundschaft und Bereitwil- 425 v. Chr. ligkeit im gegenseitigen Verkehr. Dafür Melangen sie ihre Mannschaft ^ von der Insel, und sie glauben, daß es für beide Theile besser sei, nicht weiter das Waffenglück aus die Probe zu stellen, ob nun jene mit Gewalt sich befreien möchten, wenn günstige Gelegenheit zur Rettung sich darböte, oder ob sie vielleicht noch früher durch Einnahme der Insel in eure Hände sielen. Auch glauben wir, daß große Feindschaften nicht dadurch sichere Beseitigung finden, wenn Einer sich seines Gegners erwehrt hat und ihm im Kampfe weit überlegen geblieben ist und ihn nun mit Gewalt zwingt, einen Frieden unter unbilligen Bedingungen zu beschwören, sondern wenn er, trotzdem es in seiner Macht stand, so zu handeln, in milder Denkart sich edeisinnig darüber erhebt und mit seinem Gegner selbst gegen dessen Erwarten ein billiges Abkommen trifft. Denn so fühlt der Gegner nicht mehr die Verpflichtung, wie Einer, dessen Recht niedergetreten wurde, sich zu rächen, sondern die, sich ebenso edelsinnig zu zeigen, und er ist aus Ehrgefühl viel bereitwilliger, die Bedingungen des Friedens zu halten; und die Menschen pflegen dieß bei größeren Feindschaften lieber zu thun, als bei unbedeutenderen Zwistigkeiten. Und sie sind so von Natur geartet, daß sie denen gegenüber, welche aus eigener Bewegung Milde walten lassen, auch ihrerseits mit Freude nachgeben, den Hochmüthigen gegenüber aber lassen sie es selbst gegen bessere Einsicht lieber auf Kampf ankommen."