Book 4
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In diesem Sunde wurden nun die Syrakuser und ihre Bundesgenossen mit etwas über dreißig Schiffen spät abends wegen eines SchiffeS, das hindurchfahren wollte, mit sechzehn athenischen und acht rhegischen Schiffen in eine Schlacht ver wickelt. Von den Athenern besiegt, fuhren sie schleunigst ab und suchten jeder auf gut Glück wieder an seinen bisherigen Standort bei Messene oder Rhegion zu gelangen, wobei sie ein Schiff verloren; die Nacht machte der Sache ein Ende. Hierauf zogen die Lokrer aus dem Gebiete von Rhegion ab, die Schiffe der Syrakuser und ihrer Bundesgenossen aber sammelten sich beim Vorgebirge Peloris im Messenischen und gingen dort vor Anker, wo auch ihr Landheer in der Nähe stand. Als die Athener und die Rhegier hier an sie herankamen und die Schiffe leer sahen, griffen sie an, verloren dabei aber selbst ein Schiff, das durch eiserne Hände erfaßt wurde, dessen Mannschaft sich jedoch durch Schwimmen rettete. Die Syra kuser gingen darauf wieder an Bord und ließen ihre Schiffe am Strande entlang an der Leine nach'Messene ziehen. Nun griffen die Athener sie abermals an, verloren dabei aber, da jene in See ausholten und auf sie einschwenkten, noch ein zweites Schiff. So waren die Syrakuser bei ihrer Strand- fahrt und in dem dabei vorgefallenen Gefechte gut weggekommen und gelangten glücklich in den Hafen von Messene. Die Athener aber fuhren auf die Nachricht, daß Kamarina von Archias und seiner Partei den Syrakusern in die Hände gespielt werden sollte, mit ihrer Flotte dorthin. Unterdessen zogen die Messenier zu Lande mit ihrem ganzen Heere und zugleich mit ihrer Flotte gegen ihre Nachbarstadt, das chalkidische Naxos. Am ersten Tage trieben sie die Naxier in die Stadt hinein und verheerten ihr Land; am folgenden Tage fuhren sie mit ihren Schiffen um die Stadt herum nach dem Flusse Akesines und verheerten auch hier das Land, während sie mit dem Landheere einen Angriff auf die Stadt machten. Unterdessen aber kamen die Sikeler in hellen Haufen über ihre Berge herab und fielen über die Messenier her. Als die Naxier das sahen, faßten sie neuen Mut, und da sie sich darauf trösteten, daß auch die Leontiner und andere griechische Bundesgenossen jeden Augen blick zu ihrem Entsatz eintreffen würden, machten sie plötzlich einen Ausfall aus der Stadt, überfielen die Messenier und schlugen sie in die Flucht, wobei sie über tausend niedermachten. Auch den übrigen ging es auf dem Rückzüge schlimm genug; denn die Eingeborenen fielen unterwegs noch über sie her und rieben sie fast völlig auf. Auch die bei Messene liegenden Schiffe fuhren darauf alle wieder nach Hause. Da die Messenier so gründlich geschlagen waren, zogen die Leontiner und ihre Bundesgenossen mit den Athenern sogleich vor Messene und machten mit dem Landheer einen Angriff auf die Stadt, während die Athener sich mit der Flotte gegen den Hafen wandten. Die Messenier aber und eine Anzahl Lokrer unter Demoteles, die nach der Niederlage dort als Besatzung ge blieben waren, machten einen Ausfall, griffen das leontinische Heer unvermutet an, schlugen es größtenteils in die Flucht und töteten viele. Als die Athener das sahen, kamen sie auch von ihren Schiffen herbei, warfen sich auf die in Unordnung geratenen Messenier und trieben sie wieder in die Stadt. Darauf errichteten sie ein Siegeszeichen und kehrten nach Rhegion zurück. Von nun an setzten die Griechen in Sizilien den Krieg zu Lande ohne die Athener untereinander fort.