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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 4

27 Als man in Athen von den Beschwerden des Heeres und der andauernden Versorgung der Insel mit Lebensmitteln hörte, wurde man bedenklich und fürchtete, es könne über die Ein­ schließung Winter werden und damit die Unmöglichkeit ein­ treten, dem Heere um den Peloponnes herum Lebensmittel zuzu­ führen, grade in jener öden Gegend, wo es schon zur Sommer­ zeit damit nicht ausreichend hatte versehen werden können. Bei der Schwierigkeit, an der hafenlosen Küste Truppen zu landen und die Insel genügend zu bewachen, würden sich die Leute dort vielleicht durchschlagen oder eine.stürmische Nacht benutzen können, um sich auf den Fahrzeugen, die ihnen Lebens­ mittel gebracht, davonzumachen. Vor allem aber fürchtete man die Lakedämonier und meinte, sie müßten doch wohl irgend­ einen Trumpf im Spiele haben, da sie keine Friedensvorschläge mehr machten, und bereute jetzt, darauf seinerzeit nicht ein­ gegangen zu sein. Kleon, welcher sah, daß man schlecht auf ihn zu sprechen war, weil er den Frieden verhindert hatte, behauptete jedoch, die Leute, die solche Nachrichten verbreiteten, sagten die Unwahrheit. Diese, die von Pylos gekommen waren, bestanden indes darauf, wenn man ihnen nicht glaube, so möge man andere hinschicken, um die Sache zu untersuchen, und dazu wurde er nun selbst mit Theagenes von den Athenern erwählt. Überzeugt, daß ihm jetzt nichts übrigbleibe, als ent­ weder seine Behauptung aufrechtzuerhalten oder, wenn er sie zurücknähme, als Lügner dazustehen, riet er den Athenern, deren Kriegslust inzwischen offenbar gewachsen war, doch nicht erst lange jemand zur Untersuchung der Sache hinzuschicken und damit unnütz Zeit zu verlieren, sondern, wenn sie die Nach­ richt für wahr hielten, den Kerls nur gleich mit einer Flotte zu Leibe gehen. Dabei hatte er es auf Nikias, NikeratoS' Sohn, abgesehen, der damals Feldherr war, den er haßte und dem er eins anhängen wollte, indem er sagte, es wäre doch eine Kleinigkeit, wenn die Feldherren nur Manns danach wären, mit einer ordentlichen Flotte die Leute auf der Insel in den Sack zu stecken, und wenn er den Oberbefehl hätte, würde er das bald fertigbringen.

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