Book 4
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Desselbigen Sommers kam auf Sicilien zuerst zwischen denen von Kamarina und von Gela eine gegenseitige Waffenruhe zu Stande. Danach traten auch die andern Sikelioten, aus jeglicher Stadt Gesandte, in Gela zu Unterhandlungen zusammen, ob sie eine Aussöhnung zu Wege brächten. Es wurde nun gar manche Meinung dafür und dawider ausgesprochen, indem die gegenseitigen Beshcwerden und Ansprüche dargelegt wurden, je nachdem Einer glaubte, daß er zu Schaden gekommen sei; Hermokrates aber, Sohn des Hermon, der Syrakusier, der auch sonst am meisten bei ihnen vermochte, hielt zu der allgemeinen Versammlung die folgende Rede:
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„Ich trete hier auf, o Sikelioten, als Bürger einer Stadt, die weder zu den kleinsten gehört, noch auch im Kriege sehr im Nachtheil war, und will euch meine Meinung darlegen, wie ich glaube, daß sie für ganz Sicilien den größten gemeinsamen Nutzen einschließt. Wozu sollte nun Einer, um alle Leiden des Krieges abzuschildern, vor Männern, die das selbst wissen, viele Worte machen? Denn eS gibt unter uns weder solche, die sich aus Unkenntniß des Krieges dazu hin reißen, noch auch solche, die sich durch Furcht davon zurückhalten las- 424 v. Chr. sen, wenn sie dabei zu gewinnen glauben. Es kommt aber vor, daß Manche dem erwarteten Vortheil gegenüber die Gefahr unterschätzen, und daß Andere die Gefahren des Kriegs heraufbeschwören, um nur nicht einen augenblicklichen kleinen Nachtheil zu erleiden. Beides jedoch kann sehr zur Unzeit geschehen, und in diesem Falle können Aufforderungen zur Aussöhnung von Nutzen sein. Und auch für uns, wenn wir uns hievon überzeugen, möchte das das Vortheilhafteste sein. Weil wir ein jeder Staat seine eigene Sache auf'S Beste zu fördern dachten, haben wir den Krieg begonnen, und aus demselben Grunde suchen wir jetzt durch Unterhandlungen eine Aussöhnung herbeizuführen, und wenn es nicht so ausgeht, daß sich Jeder seines billigen Rechtes theilhaftig geworden glaubt, so werden wir den Krieg fortsetzen."