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Ἱστορίαι Thucydides

Book 4

69 Als die Feldherren der Athener sich überzeugt, daß etwas dazwishcengekommen, und daß sie die Stadt mit Sturm nicht würden nehmen können, gingen sie sogleich daran, Nisaia mit einer Mauer einzuschließen, in der Meinung, wenn sie Nisaia nehmen könnten, ehe es Hilfe erhielte, würde Megara sich auch wohl eher ergeben. Was man an Eisen, Steinmetzen und sonst noch dazu nötig hatte, wurde aus Athen schnell beschafft. Sie begannen damit bei den bereits in ihrem Besitz befind­ lichen langen Mauern, zwischen denen sie Megara gegenüber eine Quermauer zogen, die sie dann nach beiden Seiten bis an die See bei Nisaia weiterführten, wobei die Arbeit an Mauer und Graben auf die Mannschaft verteilt wurde. Steine und Ziegel wurden aus der Vorstadt entnommen und etwaige Lücken durch Verhaue aus gefällten Bäumen und Reisig aus­ gefüllt, auch die Häuser der Vorstadt mit Brustwehren versehen und zur Verteidigung eingerichtet. Diesen ganzen Tag wurde ununterbrochen gearbeitet, und am folgenden Tage gegen Abend war die Mauer so gut wie fertig. Nun fürchtete man in Nisaia, die Lebensmittel, die man bisher täglich aus der oberen Stadt bezogen hatte, würden ausgehen, und da man auf Ent­ satz durch die Peloponnesier so bald nicht rechnen konnte, über­ dies die Megarer für Feinde hielt, schloß man mit den Athenern einen Vergleich. Danach sollte die Besatzung die Waffen strecken und gegen ein bestimmtes Lösegeld für den Mann freien Abzug haben, jedoch alles, was von Lakedämoniern in der Stadt wäre, insbesondere deren Befehlshaber, den Athenern auf Gnade und Ungnade überantwortet werden. Auf diese Bedingungen zog die Besatzung ab. Die Athener aber schleiften den an Megara stoßenden Teil der langen Mauern, besetzten Nisaia und richteten sich dort weiter ein.

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