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Ἱστορίαι Thucydides

Book 4

76 In demselben Sommer, gleich nach dem Abzüge aus Megaris, kam auch der athenische Feldherr Demotshenes mit vierzig Schiffen in Naupaktos an. Mit ihm und Hippokrates nämlich hatten Angehörige böotischer Städte damals Ver­ handlungen angeknüpft, um dort an Stelle der bestehenden Verfassungen Demokratie nach athenischem Muster einzuführen. Insbesondere war es Pythodoros, ein Flüchtling aus Theben, nach dessen Plan sie die Sache ins Werk setzen wollten. Dar­ nach sollten einige die thespische Hafenstadt Siphai am Krisä­ ischen Meerbusen, andere, aus Orchomenos, das dem früher minyischen, wie es jetzt heißt böotischen OrchomenoS steuer­ pflichtige Chaironeia ihnen in die Hände spielen, wie denn grade die Flüchtlinge aus Orchomenos dabei besonders ge­ schäftig waren, auch bereits eine Anzahl Leute im Peloponnes geworben hatten. Chaironeia ist die äußerste Stadt Böotiens und grenzt ans Phanotifche in Phokis, und auch einige Phokier waren an der Sache beteiligt. Die Athener aber sollten Delion, daS Heiligtum des Apollon im Gebiete von Tanagra, Euboia gegenüber, besetzen, und zwar sollte das alles an einem be­ stimmten Tage geschehen, damit die Böotier nicht mit vereinten Kräften bei Delion auftreten könnten, sondern alle bei sich zu Hause genug zu schaffen hätten. Falls der Anschlag glückte und Delion befestigt wäre, so dürfe man, wenn eS auch nicht gleich zu Verfassungsänderungen in den böotischen Städten käme, doch hoffen, daß die alten Zustände in Böotien auf die Dauer nicht haltbar seien; wenn man jene Plätze nur erst hätte, das Land verheerte und jeder in der Nähe eine Zuflucht fände, die Athener aber den Aufständischen zu Hilfe kämen und die Gegner ihnen nicht mit vereinten Kräften begegnen könnten, so werde die Sache mit der Zeit schon nach Wunsche gehen.

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