Book 4
72
Mit Tages Anbruch waren auch die Böoter da. Sie hatten nämlich, schon bevor Brasidas Botschaft schickte, im Sinne gehabt, ThukydideS. IV. 82 424 v. Chr. Megara zu Hülfe zu ziehen, da die Gefahr sie auch anging, und tsanden schon mit gesammter Macht bei Platää. Als aber der Bote kam, beruhigten sie sich mehr und schickten zweitausend zweihundert Schwerbewaffnete und sechshundert Reiter ab; die Uebrigen gingen wieder nach Hause. Als nun das ganze Heer mit nicht weniger als sechstausend Schwerbewaffneten bei einander stand, während das schwere Volk der Athener um Nisäa und am Meere aufgestellt, ihre Leichtbewaffneten aber über die Ebene zerstreut waren, so fielen die Böotischen Reiter unversehens über die leichten Truppen her und trieben sie gegen das Meer hin. In den früheren Gelegenheiten war nämlich nie von irgend welcher Seite her den Megarern Hülse gekommen. Nun ritten aber auch die Athener dagegen an, so daß es zum Handgemenge kam; und lange dauerte dieß Reitergefecht, in welcbem beide Theile gesiegt haben wollen, denn dicht bei Nisäa hatten die Athener im Anreiten den Reiterführer der Böoter und einige Andere — doch nicht viele — getödtet, der Waffen beraubt und die Leichname behalten, die sie dann unter dem Schutze eines Waffenstillstandes Heraus- gaben und ein Siegeszeichen aufstellten. Doch wurde bei dem ganzen Znsammenstoß nichts Entscheidendes ausgerichtet, und die Böoter zogen sich auf die Ihrigen, die Andern nach Nisäa zurück.