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Ἱστορίαι Thucydides

Book 4

81 Den Brasidas grade hatten die Lakedämonier deßhalb 40) Vgl. II, II. ausgesandt, weil er es selbst wünschte; auch hatten die Chalkidier ihn 424 v. Chr. vorgezogen, als einen Mann, der in Sparta den Ruf hatte, daß er« zu jeder Unternehmung Geschick und Kraft besitze, und in der That erwies er sich bei diesem Zuge den Lakedämoniern höchst nützlich. Denn indem er sich von vorn herein als einen gerechten und mäßigen Mann zeigte, brachte er die meisten dortigen Ortschaften auf die Seite der Städte, andere nahm er durch Verrath, so daß die Lakedämonier für den Fall, daß sie einmal Frieden schließen wollten, was sie ja auch thaten, Plätze zum Austausch und zum Loskauf in Händen hatten, und überdieß ein Theil der Kriegslast von den Schultern der Peloponnesier genommen wurde. Und auch für den Krieg, welcher einige Zeit nach den sieilifchcn Ereignissen eintrat, bewirkte die damals erprobte Rechtschaffenheit und Verständigkeit des Brasidas vorzugsweise, daß die Bundesgenossen der Athener sich den Lakedämoniern zuwendeten, indem die Einen sie selbst erfahren hatten und die Andern nach dem, was sie hörten, daran glauben mußten. War er doch der Erste, der dorthin kam, und da er sich in allen Stücken als einen braven Mann zeigte, so ließ er die feste Voraussetzung zurück, daß auch die andern Lakedämonier Männer seines Schlages seien.
82 Als er nun damals in den Thrakischen Granzlandschasten angekommen war, und die Athener davon Kenntniß erhielten, so erklärten sie den Perdikkas als Feind, weil sie ihn für die Ursache des Zuges hielten, und sorgten für bessere Ueberwachung der dortigen Bundesgenossen. Perdikkas aber verstärkte sogleich seine eigene Macht durch den Brasidas und dessen Heer und zog gegen seinen Gränznachbar Arrhibäos, deS Bromeros Sohn, König der Lynkestischen Makedonien zu Felde, mit dem er Streit hatte, um ihn zu unterwerfen.

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