Book 4
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Während Hippokrates die Seinigen also aneiserte, war er bis zur Mitte des Heeres gekommen, fand aber jetzt nicht mehr Zeit, weiter zu gehen, denn die Böoter, welchen auch hier Pagondas mit kurzen Worten zugesprochen hatte, stürmten den Schlachtgesang anstimmend vom Hügel herab. Es gingen ihnen nun auch die Athener entgegen, und im Sturmlauf trafen beide aus einander. Auf beiden Seiten aber kamen die Flügel gar nicht zum Handgemenge, sondern auf beiden Flügeln traf es sich, daß Waldströme den Zusammenstoß hinderten; bei den übrigen HeereStheilen aber wurde heiß gekämpft und die Schilde prasselten auf einander. Den linken böotischen Flügel und die Ausstellung bis zur Mitte hin brachten die Athener zum Weichen und sie bedrängten hier besonders die Thespier. Denn da ihre Nachbarn in der Aufstellung bereits gewichen waren und sie selbst daher eng eingeschlossen wurden, so wurde hier eine große Zahl Thespier im Handgemenge fechtend zusammengehauen; aber auch einige Athener traf dieß Loos, da sie wegen ihrer durch die Umzingelung aufgelösten Ordnung einander mißkannten und sich gegenseitig tödteten. Aus dieser Seite also wichen die Böoter und zogen sich fliehend auf den noch kämpfenden Theil zurück. Ihr rechter Flügel aber, wo die Thebaner standen, war im Vortheil über die Athener und drängte sie Anfangs Schritt vor Schritt vor sich her. Nun schickte auch Pagondas zwei Abtheilungen Reiter ungesehen um den Hügel herum, wo der linke Flügel in Bedrängniß war, und als sie hier plötzlich zum Vorschein kamen, glaubten die auf dem siegreichen Flügel der Athener, es komme da ein zweites Heer, und geriethen in Schrecken, und so riß auf beiden Flügeln, hier wegen dieses Ereignisses und dort wegen der nachdrängenden und schon durchbrechenden Thebaner, allgemeine Flucht im Heer der Athener ein. Einige flüchteten gegen Delion und das Meer zu, Andere nach Oropos, ein Theil auch nach dem Berge Par 43) Vgl. l, 108. nes und wieder Andere nach vershciedenen Seiten, wo grade ein Je- 424 v. Chr. der Rettung hoffte. Die Böoter aber verfolgten und hieben meder,, besonders ihre Reiterei und die der Lokrer, welche grade, als die Flucht sich entschied, auf dem Schlachtfelde eingetroffen waren. Da die Nacht die Verfolgung abschnitt, so fand die große Masse der Fliehenden leichter Rettung. Am folgenden Tage wurden die aus Oropos und Delion, wo trotzdem zur ferneren Behauptung eine Besatzung blieb, auf Schiffen nach Hause geführt 44).