Book 5
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,,Ihr peloponnesischen Männer, es möge genügen, euch kurz zu erinnern, aus wie berühmtem Lande wir hieher gekommen sind, und daß unser Muth dasselbe immer frei erhalten hat; dann auch, daß ihr als Dorier gegen Jonier zu kämpfen im Begriff seid, die ihr immer zu besiegen gewohnt wäret. Ich will euch nun zeigen, auf welche Art ich den Angriff zu unternehmen gedenke, damit es euch nicht unzureichend dünke, daß wir in geringer Zahl und nicht mit gesammter Macht ausziehen, und damit Keiner deßhalb muthlos werde. Ich vermuthe nämlich, daß die Feinde mit Verachtung unser hieher gegen die Stadt gerückt sind und wohl gar nicht darauf gerechnet haben, daß Einer zum Kampf gegen sie ausziehe; und jetzt glaube ich, daß sie sich ohne Ordnung und sorglos mit Untersuchung der Gegend beschäftigen. Wer aber solche Fehler seiner Gegner am besten durchschaut und zugleich nach dem Verhältniß seiner eigenen Macht den Angriff nicht sowohl ans offener Schlachtaufstellung unternimmt als vielmehr nach dem Vortheil, den der Augenblick bietet, der möchte wohl am meisten ausrichten. Und dergleichen erstohlene Erfolge gewähren den schönsten Ruhm; denn so täuscht Einer den Feind auf's Gröblichste und nützt den Freunden am meisten. So lange sie also 422 v. Chr. noch unvorbereitet und in sorgloser Sicherheit mehr an unbemerktem Abzug denken, wie ich an ihnen wahrzunehmen glaube, als an's Standhalten, und so lange sie in ihrer Lässigkeit zu keinem Beschlusse kommen und bevor sie sich noch mehr besonnen haben, will ich sie mit meinen Leuten hier wo möglich überraschen und im Sturmschritt die Mitte ihres Heeres anfallen. Du, Klearidas, sollst später, wenn du mich schon im Gefecht und, wie zu erwarten steht, sie in Verwirrung bringen siehst, plötzlich die Thore öffnen lassen, deine Leute mit den Amphipoliten und den übrigen Bundesgenossen hinausführen, aus jene anstürmen und so schnell als möglich handgemein zu werden suchen. Auf diese Weise haben wir am meisten Hoffnnng, Schreck und Verwirrung unter ihnen zu verbreiten; denn eine Abtheilung, welche später angreist, ist dem Feinde furchtbarer als die, mit der er bereits im Gefecht ist. So zeige dich also selbst als einen tapferen Mann, wie du es sein mußt, denn du bist ein Spartaner, und ihr, waffenverbündete Männer, folgt muthig und denket, daß zu rühmlicher Kriegführung entschlossener Wille und Ehrgefühl und Gehorsam gegen die Oberen gehöre! Denkt auch, daß es heute sich entscheiden wird, ob ihr durch Tapferkeit die eigene Freiheit erwerbet und den Ruhm, der Lakedämonier Bundesgenossen genannt zu werden, oder die Schande Athenischer Knechtschaft; im letzteren Falle, — wenn es noch aus'S Beste abgeht, ohne daß ihr als Sklaven verkauft oder hingerichtet werdet, — habt ihr jedenfalls noch eine härtere Knechtschaft zu erdulden, als ihr sie bis jetzt ertrüget; für die andern Hellenen aber werdet ihr ein Hinderniß der Befreiung. Also zeigt auch euch nicht weibisch, da ihr seht, um wie große Dinge der Kampf sich dreht; und auch ich werde euch beweisen, daß ich es nicht besser verstehe, Andere zur Tapferkeit zu ermuntern, als selbst Hand an's Werk zu legen."