Book 5
4
Phaiax, Erasistratos' Sohn, war selbdritter als athenischer Gesandter um diese Zeit mit zwei Schiffen nach Italien und Sizilien abgegangen. In Leontinoi nämlich hatte man nach dem Frieden und dem Abzüge der Athener aus Sizilien viele neue Bürger aufgenommen, und das Volk verlangte eine neue Ackerverteilung. Als die vornehmen Bürger das merkten, riefen sie die Syrakuser zu Hilfe und vertrieben die Demo kraten, die seitdem aufs Geratewohl im Lande umherzogen. Die Vornehmen aber schlossen einen Vertrag mit den Syra kusern, infolgedessen sie ihre Stadt aufgaben und nach Syrakus übersiedelten, wo sie Bürgerrecht erhalten sollten. Später ver ließen einige von ihnen Syrakus wieder, weit es ihnen dort nicht gefiel, und bemächtigten sich in Leontinoi eines Stadtteils namens Phokaiai und des im Leontinischen belegenen Kastells Brikinniai. Hier schlossen sich die seinerzeit vertriebenen Demo traten ihnen größtenteils wieder an und machten diese festen Plätze zu Stützpunkten kriegerischer Unternehmungen. Als die Athener davon hörten, schickten sie Phaiax nach Sizilien, um zu versich en, ob man nicht die dortigen Bundesgenossen und womöglich auch die übrigen sizilischen Griechen zu einem ge meinsamen Feldzuge gegen das allzu mächtig werdende Syrakus bewegen und der Demokratie in Leontinoi wieder aufhelfen könnte. Auch gelang es Phaiax nach seiner Ankunft dort, Kamarina und Akragas für die Sache zu gewinnen. In Gela aber wollte man davon nichts wissen. Deshalb gab er es auf, noch andere Städte zu besuchen, die, wie er wohl merkte, ebensowenig dafür zu haben gewesen wären, sondern kehrte durch das Land der Sikeler nach Katana zurück, wo er, nachdem er unterwegs noch einen Abstecher nach Brikinniai gemacht und den Leuten dort Mut eingesprochen hatte, sich einschiffte und wieder abfuhr.