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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 5

50 Als die Lakedämonier das ablehnten, schlugen sie weiter vor, wenn sie das nicht wollten, möchten sie Lepreon immerhin behalten, dann aber, falls sie doch am Feste teilzunehmen wünschten, sich in Gegenwart der Griechen am Altar des olympischen Zeus eidlich verpflichten, die Strafe später zu ent­ richten. Da die Lakedämonier auch das nicht wollten, blieben sie im Feste von den Opfern und den Wettkämpfen ausge­ schlossen und opferten zu Hause. Die übrigen Griechen aber mit Ausnahme der Lepreer fanden sich zum Feste ein. Die Eleer fürchteten jedoch, die Lakedämonier könnten die Teil­ nahme an den Opfern mit Gewalt erzwingen, und ließen des­ halb den Festplatz durch ihre bewaffnete junge Mannschaft bewachen. Auch erhielten sie aus Argos und Mantinea je tausend Mann zur Unterstützung und aus Athen Reiter, welche das Fest über in Argos blieben. Die versammelten Fest­ genossen aber waren in großer Furcht vor einem bewaffneten Überfall der Lakedämonier, namentlich seitdem der Lakedämonier Lichas, Arkesilaos' Sohn, auf dem Festplatze auf Befehl der Festordner ausgepeitscht war. Dessen Gespann hatte nämlich gesiegt; da er aber unerlaubterweise am Wettkampfe teil­ genommen hatte, wurde der Preis einem böotischen Staats­ gespanne zuerkannt. Da war er denn selbst in die Schranken getreten und hatte seinen Wagenlenker bekränzt, um zu zeigen, daß das sein Wagen wäre. Infolgedessen fürchteten sich alle erst recht und glaubten, eS würde was geben. Die Lakedämonier aber kamen nicht, und so verlief das Fest ungestört. Nach dem Feste begaben sich die Argeier und ihre Bundesgenossen nach Korinth, um die Korinther zum Anschluß an ihr Bündnis aufzufordern. Zufällig waren dort grade auch Gesandte aus Lakedämon anwesend. Trotz längerer Verhandlungen aber kam es dort zu nichts, und als ein Erdbeben eingetreten war, reisten alle wieder nach Hause. Damit endete der Sommer.

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