Book 5
62
Nach der Einnahme von Orchomenos überlegten die Ver bündeten, wohin man sich nunmehr zunächst wenden sollte, die Eleer verlangten nach Lepreon, die Mantineer nach Tegea. Die Argeier und die Athener schlossen sich der Ansicht der Mantineer an, worauf die Eleer aus Verdruß, daß sie nicht für Lepreon gestimmt, nach Hause gingen. Die übrigen Ver bündeten aber rüsteten sich in Mantinea zum Zuge gegen Tegea, und auch in Tegea selbst gab es Leute, die ihnen die Stadt in die Hände spielen wollten.
63
Schon als die Lakedämonier nach Abschluß des vier monatlichen Waffenstillstandes aus Argos abgezogen waren, machten sie Agis schwere Vorwürfe, daß er ihnen Argos nicht unterworfen habe, wozu sich doch eine so günstige Gelegenheit wie nie zuvor geboten hätte; denn so viel treffliche Bundes genossen würden so leicht nicht wieder beieinander zu haben sein. Als dazu nun gar die Nachricht von der Einnahme von Orchomenos kam, lief ihnen vollends die Gatte über, und sie beschlossen in ihrem Zorn, ganz gegen ihre sonstige Ge pflogenheit, sein Haus ohne weiteres niederzureißen und ihn in eine Strafe von tausend Drachmen zu nehmen. Er bat sie jedoch, das nicht zu tun; denn er werde die Sünden dieses Feldzuges das nächste Mal durch schneidiges Benehmen wieder gutmachen, widrigenfalls möge man alsdann nach Gutdünken mit ihm verfahren. Sie nahmen denn auch von der Zer störung seines Hauses Abstand, trafen aber in diesem Fall eine Maßregel, wie sie früher bei ihnen niemals vorgekommen war; sie stellten ihm nämlich zehn Spartiaten als Beirat zur Seite, ohne deren Genehmigung er nicht befugt sein sollte, ein Heer ins Feld zu führen.