Book 5
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Kleon rührte sich indes eine Zeitlang nicht von der Stelle, sah sich dann aber schließlich doch gezwungen, zu tun, was Brasidas erwartet hatte. Denn seine Leute murrten über das lange Stillsitzen und hielten sich darüber auf, was bei seiner ungeschickten und schwächlichen Führung einem so erfahrenen und kühnen Gegner gegenüber aus der Sache werden solle, wie sie auch nur ungern mit ihm zu Felde gezogen wären. Als er das merkte, brach er auf, um sie durch längeres Still sitzen nicht noch unzufriedener zu machen, und setzte sich in Marsch. Er rechnete dabei auf ebenso glücklichen Erfolg wie bei der Unternehmung gegen Pylos, worauf er sich so viel zu gute tat. Daß man sich ihm zur Schlacht stellen würde, dachte er gar nicht. Nur um eine Übersicht über die Gegend zu ge winnen, sagte er, begäbe er sich stromaufwärts, und wartete auf Verstärkungen. Aber für den Fall, daß er schlagen müsse, eine günstige Stellung zu wählen, hielt er nicht für nötig, meinte vielmehr, die Stadt einfach einschließen und mit Sturm nehmen zu können. Bei Amphipolis angelangt, ließ er sein Heer auf einer abschüssigen Höhe haltmachen und betrachtete sich selbst die sumpfige Niederung am Strymon und die Lage der Stadt nach Thrakien hin. Dabei glaubte er, jeden Augen blick ohne Schwertstreich wieder abziehen zu können; denn auf der Mauer ließ sich niemand sehen, und ebensowenig kam vor den Toren jemand zum Vorschein, die alle verschlossen blieben. Deshalb bedauerte er schon, kein Sturmzeug mitgebracht zu haben, sonst hätte er ja die von Truppen entblößte Stadt gleich nehmen können.