Book 5
82
Im nächsten Sommer ging Dion am Athos von den Athenern zu den Chalkidiern über, und die Lakedämonier machten in Achaia den ihnen unbequemen dortigen Zuständen ein Ende. In Argos lehnte sich die Volkspartei, die sich bei kleinem wieder gesammelt und neuen Mut gefaßt hatte, gegen die Obligarchen auf, wozu sie die Gymnopaidien der Lakedämonier abgewartet hatte. Dabei kam es zu Straßenkämpfen, in denen das Volk Sieger blieb und die Gegner teils umbrachte, teils aus der Stadt vertrieb. Die von ihren Freunden zu Hilfe gerufenen Lakedämonier hatten zu lange auf sich warten lassen, dann aber endlich dock ihre Gymnopaidien verschoben und sich auf den Weg gemacht. Als sie jedoch bei Tegea hörten, die Oligarchen seien besiegt, weigerten sie sich trotz der Bitten ihrer zu ihnen geflüchteten Freunde, weiterzuziehen, sondern kehrten wieder um, um zu Hause ihre Gymnopaidien zu feiern. Später fanden sich Abgesandte der Argeier, sowohl aus der Stadt wie von außen, bei ihnen ein, und nach längerem Wort wechsel beider Teile in Gegenwart der Bundesgenossen ent schieden die Lakedämonier, daß die Städter im Unrecht wären, und beschlossen, Truppen nach Argos zu schicken. Damit aber hatte es vorläufig gute Wege. Unterdessen hatte das Volk in Argos, das aus Furcht vor den Lakedämoniern das Bündnis mit Athen hergestellt zu sehen wünschte und sich davon große Vorteile versprach, mit dem Bau langer Mauern bis an die See begonnen, um sich für den Fall einer Einschließung von der Landseite mit Hilfe der Athener die Einfuhr von Lebens mitteln zur See zu sichern. Auch verschiedene Städte im Peloponnes wußten um die Ausführung des BaueS, in Argos aber legte alle Welt, Männer, Weiber und Kinder, dabei Hand mit an. Auch von Athen waren Maurer und Stein metzen dazu herübergekommen. Damit endete der Sommer.