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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 5

108 Melier: „Wir glauben aber, daß sie sich für uns um so lieber und unbedenklicher als für andere Gefahren aus­ setzen werden, da wir ihnen im Peloponnes so nahe vor der Tür liegen, und sie bei unseren verwandtschaftlichen Gesin­ nungen auf uns sicherer als auf andere zählen können."
109 Athener: „Wer einem anderen im Kriege zu Hilfe kommen soll, verläßt sich aber nicht auf Gesinnungen, die dieser ihm entgegenbringt, sondern auf die wirklichen Macht- mittel, die er in die Wagschale werfen kann. Und grade die Lakedämonier sehen darauf noch mehr als andere. We­ nigstens führen sie ihre auswärtigen Kriege aus Mißtrauen in ihre eigene Macht nie ohne zahlreiche Bundesgenossen. ES ist also nicht wahrscheinlich, daß sie bei unserer Übermacht zur See hier nach der Insel herüberkommen werden."
110 Melier: „Sie könnten aber auch andere schicken. DaS kretische Meer ist groß, und deshalb ist es für den Mächtigen schwieriger, jemand zu erwishcen, als für den Verfolgten, ihm unbemerkt zu entkommen. Schlimmstenfalls könnten sie sich auch gegen euer Land wenden oder gegen eure Bundes­ genossen, die euch nach dem Zuge des Brasidas noch geblieben sind, und dann hättet ihr nicht um ein Land, wo ihr nichts zu suchen habt, sondern um das Gebiet eurer Bundesgenossen und für euer eigenes Land zu kämpfen."

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