Book 5
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Melier: „Wir aber finden grade hierin den stärksten Grund des Vertrauens, daß sie nämlich eben ihres Vortheils willen ihr eigenes Pflanzvolk, die Melier, nicht werden verrathen wollen, um ihren Freunden unter den Hellenen Mißtrauen gegen sich einzuflößen, ihren Feinden aber zu nützen."
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Athener: „Ihr glaubt also nicht, daß der Vortheil nur bei der Sicherheit ist, daß aber den Forderungen der Gerechtigkeit und der Ehre nur unter Gefahren Genüge geleistet werden kann? Dergleichen pflegen die Lakedämonier am wenigsten zu wagen."
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Melier: „Wir aber.glauben, daß sie sich auch diesen Gefahren .um unsertwillen lieber unterziehen, und daß sie von uns um so mehr erwarten als von Andern, als wir zu thätigem Beistand nahe beim Peloponnes liegen und der Blutsverwandtschaft wegen für sie auch der Gesinnung nach zuverlässiger als Andere sind."
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Athener: „Was aber denen, die im Kampfe den Andern beistehen sollen, Vertrauen einflößt, ist nicht die wohlwollende Gesinnung der Hülfesuchenden, sondern thatsächliche große Ueberlegenheit an Macht; und darauf sehen die Lakedämonier noch mehr als Andere. Im Mißtrauen auf ihre eigene Macht bedienen sie sich sogar auch der Hülfe zahlreicher Bundesgenossen, wenn sie Andere angreifen, und es ist also nicht wahrscheinlich, daß sie auf eure Insel übersetzen werden, während wir die See beherrschen."
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Melier: "„Sie könnten ja aber auch Andere herüber-schicken.' Und übrigens ist das kretische Meer groß, und es ist auf demselben selbst dem, der die Gewässer beherrscht, weniger leicht, einen Andern abzufangen, als für diesen sich zu retten, wenn er sich jenen entziehen will. Und wenn dieß fehlschlagen sollte, so könnten sie ja auch euer eigenes Land und eure andern Bundesgenossen angreisen, die Brasidas nicht heimgesucht hat; und dann hättet ihr nicht um ein Land zu kämpfen, auf das ihr kein Recht habt, sondern um eines, das euch sehr nahe angeht."