Thesauros Literature History Ἱστορίαι

Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

11 „Und doch würden wir diese wohl bezwingen und in Gehorsam halten können, schwerlich aber imstande sein, die da drüben bei der weiten Entfernung und ihrer großen Menge selbst nach einem Siege dauernd unserer Herrschaft zu unter­ werfen. Es wäre doch eine Torheit, jemand anzugreifen, dem gegenüber man auch nach einem Siege die Herrschaft nicht würde behaupten können, im Fall einer Niederlage aber schlechter stände als vorher. Nach meiner Meinung hätten wir von den sizilischen Griechen, wenigstens unter den jetzigen Verhältnissen, wahrscheinlich weniger zu fürchten, wenn es den Syrakusern gelänge, sie sämtlich ihrer Herrschaft zu unterwerfen, womit uns die Egester hauptsächlich bange machen wollen. Jetzt nämlich würden wohl einzelne den Lakedämoniern zu Gefallen sich am Kriege gegen uns beteiligen. Dann aber würde eS wahrscheinlich zwischen den beiden Großmächten überhaupt nicht zum Kriege kommen. Denn wie sie jetzt mit Hilfe der Peloponnesier unsere Macht zu stürzen denken, so würden diese dann wahrscheinlich die ihrige zu vernichten suchen. Vor uns aber würden die dortigen Griechen den meisten Respekt haben, wenn wir überhaupt nicht kämen oder ihnen höchstens unsere Macht einmal zeigten und dann gleich wieder abzögen. Sollten wir aber gar eine Niederlage erleiden, so würden sie nnS vollends verachten und mit unseren hiesigen Feinden alsbald gemeinshcaftliche Sache gegen uns machen. Denn wir alle wissen, wie man das weit Entfernte, bevor man es aus eigener Erfahrung kennt, zu bewundern pflegt. So ist es auch euch, Athener, jetzt ja mit den Lakedämoniern und ihren Verbündeten gegangen. Früher fürchtetet ihr euch vor ihnen; jetzt aber, wo ihr sie wider Erwarten besiegt habt, verachtet ihr sie und wollt sogar Sizilien erobern. Wir sollten uns aber durch das Unglück unserer Feinde nicht zum Übermut verführen lassen, sondern froh sein, ihre Pläne vereitelt zu haben. Auch dürfen wir nicht vergessen, daß die Lakedämonier, um ihre Schmach auszuwetzen, nach wie vor nur darauf sinnen, uns wo­ möglich irgendwie zu demütigen und ihre Ehre wiederher­ zustellen, grade weil sie von jeher so hohen Wert auf den Ruf der Tapferkeit legen. Bei ruhiger Erwägung also handelt es sich für uns jetzt nicht um das bißchen Egesta, das nicht mal griechisch ist, sondern darum, uns den Lakedämoniern und ihren oligarchischen Gelüsten gegenüber keine Blöße zu geben.

nav.navigate

nav.identity

common.settings

common.language
TR EN
common.theme