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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

18 „Bedenken wir also, daß wir unsere hiesige Macht verstärken, wenn wir gegen jene zu Felde ziehen, und laßt uns den Seezug unternehmen, damit den Peloponnesiern ihr Hochmuth vergehet, wenn sie sehen, daß wir diese gegenwärtige Unthätigkeit verachten und sogar gegen Sieilien segeln. Und entweder werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach über ganz Hellas herrschen, wenn wir auch die dortigen Staaten unterworfen haben, oder wir werden doch wenigstens den Syrakusanern empfindlich schaden, und auch davon werden sowohl wir selbst, als unsre Bundesgenossen Nutzen haben. Sichere Bürgschaft des Verbleibens sowohl, wenn die Sache von Statten geht, als auch der Rückkehr, werden uns die Schiffe gewähren, denn auch denn auch zur See werden wir aller Sikelioten Meister sein. Mögen 415 v. Chr. euch nicht die Worte des Nikias, die süße Ruhe empfehlen und zwischen Jungen und Aelteren Zwietracht zu stiften suchen, von der Sache abwendig machen, sondern in der hergebrachten gesetzlichen Weise und wie auch unsere Väter ihrer Zeit, als die Jungen durch gemeinsame Berathung mit den Alten den Staat zu seiner jetzigen Macht gehoben haben, so und auf dieselbe Weise sucht auch jetzt den Staat vorwärts zu bringen, in der Ueberzeugung, daß Jugend und Alter ohne einander Nichts vermögen, und daß die Mischung von Leichtsinn, Mittelschlag und übergenauer Berechnung wohl die meiste Kraft ergebe, — daß der Staat, wenn er in Unthätigkeit versinkt, sich in sich selbst verzehre, wie jedes andere Wesen, und daß auf diese Weise jede Geschicklichkeit in sich veraltere, daß aber durch Kampf der Staat immer zunehme an Erfahrung und die Selbstvcrtheidigung mehr durch die That als durch Worte immer in Uebung behalte. Ueberhaupt aber ist es meine feste Ueberzeugung, daß ein Staat, der bis dahin nie unthätig war, durch den Umschlag in die Unthätigkeit wohl am schnellsten seinem Verderben cntgegengeführt werde, und daß unter den Menschen Diejenigen ihre Existenz am meisten sichern, welche in der Staatsführung von den bestehenden Sitten und Gewohnheiten. wenn sie auch mangelhaft sein sollten, am wenigsten abweichen."

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