Book 6
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Zu der Zeit aber wurden in der Stadt den meisten jener viereckigen tseinernen Hermen, wie sie nach LandeSsitte vielfach an den Eingängen der Bürgerhäuser und der Tempel tsehen, in einer Nacht die Gesichter abgeschlagen, und niemand wußte, wer daS getan hatte. Man forschte nach den Tätern, setzte von Staats wegen hohe Belohnungen für die Angeber auS und beschloß zugleich, daß jeder, der um einen anderweit verübten derartigen Frevel wisse und ihn zur Anzeige brächte, straflos bleiben sollte, er sei Bürger, Fremder oder Sklave. Die Sache wurde sehr ernst genommen; denn man glaubte, sie sei von Vorbedeutung für den Feldzug, oder sie hinge mit einer Verschwörung zusammen, die eS auf Verfassungsände rungen und den Sturz der Demokratie abgesehen habe.
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Solche Anzeigen gingen denn auch von Schutzverwandten und Bedienten mehrfach ein, allerdings nicht wegen der Her men, wohl aber über andere, schon früher von ausgelassenen jungen Leuten in der Trunkenheit verübten Roheiten an Bildsäulen, und außerdem auch darüber, daß in verschiedenen Häusern die Mysterien nachgemacht und verspottet würden. Solche Beschuldigungen wurden auch gegen Alkibiades er hoben und namentlich von denen aufgegriffen, die sich darüber ärgerten, daß er ihrem Einflüsse beim Volke im Wege stand, und, wenn sie seine Verbannung durchsetzten, die erste Rolle zu spielen hofften. Sie suchten die Sache deshalb möglichst aufzubauschen und lagen den Leuten in den Ohren, daß es bei den Mysterien und der Verstümmelung der Hermen auf den Sturz der Demokratie gemünzt gewesen sei und er immer mit dahintergesteckt habe, wobei sie sich zum Beweise auf sein auch sonst nichts weniger als volksfreundliches wildes Treiben beriefen.