Thesauros Literature History Ἱστορίαι

Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

35 So redete Hermvkrates. Unter den Syrakusern aber kam es zu heftigem Streit. Die einen behaupteten, die Athener würden auf keinen Fall kommen, und was Hermv­ krates sage, sei nicht wahr; die anderen, wenn sie auch kämen, was würden sie ihnen denn tun können, was sie nicht zehnmal wiederkriegten? Nur wenige waren es, welche Hermvkrates glaubten und mit Sorge in die Zukunft sahen. Da trat Athenagoras, der Führer der Volkspartei und zurzeit bei der großen Menge der einflußreichste Mann, vor ihnen auf und sagte:
36 „Wer nicht wünscht, daß die Athener so töricht sind, hierherzukommen, um sich bei uns die Finger zu verbrennen, ist entweder ein Feigling, oder er meint eS nicht ehrlich mit der Stadt. Wenn man aber solche Nachrichten verbreitet und euch damit bange machen will, so wundere ich mich nicht über die Dreistigkeit, sondern über den Unverstand, zu glauben, man merke die Absicht nicht. Weil man selbst ein schlechtes Gewissen hat, will man die ganze Stadt in Angst versetzen, um im Schatten der allgemeinen Furcht gute Ge­ schäfte zu machen. Weiter hat es jetzt auch mit diesen Ge­ rüchten nichts zu bedeuten. Sie sind nicht von ungefähr ent­ standen, sondern von Leuten erfunden, die uns mit ihren Treibereien beständig in Atem halten. Ihr dürft euch aber eure Ansicht über die Glaubwürdigkeit solcher Gerüchte nicht darnach bilden, was sie euch aufbinden, sondern nach dem, was ein so geriebenes und vielerfahrenes Volk, wofür ich die Athener halte, vermutlich tun wird. Und da ist es doch sehr unwahrscheinlich, daß sie die Peloponnesier hinter sich lassen und, bevor sie den dortigen Krieg wirklich beigelegt haben, sich in einen neuen, nicht minder gefährlichen Krieg stürzen werden; ja, ich glaube, sie werden schon froh sein, wenn wir, alle die mächtigen Städte hier, nicht auch über sie herfallen.

nav.navigate

nav.identity

common.settings

common.language
TR EN
common.theme