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Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

36 „Wer nicht selber wünscht, daß die Athener auf solche Thorheit verfallen, hieher zu kommen, um sich uns in die Hände zu geben, der ist entweder feig, oder meint es nicht gut mit der Stadt. Ueber die Keckheit derjenigen aber, welche euch dergleichen ankündigen, um euch recht Angst zu machen, wundere ich mich keineswegs, wohl aber über ihre Dummheit, wofern sie nämlich glauben, nicht durch- schaut zu werden. Wer nämlich für seine Person etwas zu fürchten 4l5 v. Chr. hat, der will sogleich den ganzen Staat in Furcht und Verwirrung setzen, um unter der allgemeinen Furcht die seinige zu verstecken, und ein anderer Kern ist denn auch hinter diesen Botschaften nicht zu suchen: sie sind keineswegs von selbst entstanden, sondern von Leuten erdichtet, welche von jeher in unsere Angelegenheiten Verwirrung bringen wollen. Ihr aber, sofern ihr euch gut zu berathen denkt, werdet nicht nach dem Gerede dieser Männer auf die wahrscheinliche Wahrheit schließen wollen, sondern nach dem, was so tüchtige und vielerfahrene Menschen, wie es die Athener meiner Meinung nach sind, wohl thun würden. Denn es ist nicht wahrscheinlich, daß sie die Peloponnesier im Rücken lassen und, ohne noch den dortigen Krieg aus eine für sie sichere Weise beendigt zu haben, aus freiem Entschluß zu einem andern, nicht unbedeutenderen Krieg ausziehen sollten. Ich bin vielmehr im Gegentheil der Meinung, daß sie recht froh find, wenn wir, ein Bund von so vielen und großen Städten, nicht gegen sie ziehen."

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