Book 6
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Daß aber Hippias, als der Aelteste, wirklich die Regierung hatte, das kann ich versichern, da ich es aus mündlicher Belehrung besser als Andere weiß, und es kann es auch Jeder leicht aus dem Folgenden schließen. Es zeigt sich nämlich, daß er allein von seinen ebenbürtigen Brüdern Kinder hatte, wie es der Altar beweist und so auch die Säule, welche zur Erinnerung an die ungerechte Herrschaft der Tyrannen anf der Akropolis von Athen errichtet wurde, und auf der weder dem Thessalos, noch dem HipparchoS Kinder zugeschrieben werden, dem Hippias aber fünf, die ihm von der Myrrhina, der Tochter des Kallias, des SohneS des Hyperechides, geboren worden waren; denn es war ja auch in der Ordnung, daß der älteste Bruder 415 v. Chr. zuerst heirathete. Auch ist er auf dieser Säule unmittelbar, als der Erste nach seinem Vater genannt, und auch das nicht ohne Grund, weil er eben der Aelteste nach seinem Vater war und von ihm die Zwingherrschaft übernahm. Es scheint mir auch gar nicht, daß Hippias ohne Weiteres so leicht die Tyrannis hätte fortführen können, wenn Hipparchos als Zwingherr den Tod gefunden und er selbst sie noch am nämlichen Tag angetreten hätte. Vielmehr waren die Bürger von jeher gewohnt ihn zu fürchten, und bei der vortrefflichen Zucht seiner Söldner und den überreichlich vorhandenen Sicherungsmitteln seiner Herrfchaft konnte er sich in derselben leicht behaupten, und er zeigte in seiner Regierung auch durchaus keine Unsicherheit, wie etwa ein jüngerer Bruder, oder wie in einem Geschäfte, mit dem er nicht schon früher vertraut gewesen wäre. Hipparchos aber ist zufällig durch sein Unglück eine namhafte Persönlichkeit geworden, und so hat es später auch den Schein gewonnen, als ob er der Zwingherr gewesen wäre.