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Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

59 Aus diese Art wurde Liebesschmerz die Veranlassung zu der Verschwörung, und die Ausführung jenes unbesonnenen Wagnisses ging aus der plötzlichen Furcht hervor, die den Harmodios und Aristogeiton erfaßte. Für die Athener aber wurde die Zwingherrschaft danach viel drückender, und Hippias, der jetzt schon in größerer Furcht schwebte, tödtete Viele aus den Bürgern und schaute sich zugleich im Ausland um, ob er irgendwo für den Fall einer Umwälzung einen sicheren Zufluchtsort für sich finden könnte. Und so gab er denn auch dem Aiantidas, dem Sohn des HippokleS, des Tyrannen von Lampsakos, seine Tochter Archedike zur Frau, obgleich er ein Athener, jener ein Lampsakener war, denn er hatte erfahren, daß jene beim Perserkönig sehr viel vermochten. Archedike hat auch zu Lampsakos ein Denkmal, das folgende Inschrift trägt: Allhier ruhet der Staub der Archedike, Hippias Tochter, Der in hellenischem Volk mächtig einst ragte empor. Vater, Gemahl zwar und Brüder, wie Söhn' auch, erglänzten als Herrscher, Aber zu frevelndem Sinn' hob sich ihr nie das Gemüth. Hippias behauptete die Zwingherrschaft über die Athener noch drei Jahre, und im vierten wurde er durch die Lakedämonier und die verbannten Alkmäoniden gestürzt und begab sich unter dem Schutze eines Vertrages nach Sigeion und Lampsakos zum Aiantidas und von da an den Hof des Königs Dareios, von wo er auch im zwanzigsten Jahr danach, als er schon ein alter Mann war, mit den Medern den Feldzug nach Marathon mitmachte.

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