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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 6

60 Diese Geschichten nun fielen den Athenern jetzt wieder ein, und man erinnerte sich an Alles, was man vom Hörensagen darüber wußte, und deßhalb war das Volk damals so schwierig und nahm die Anklage wegen der Mysterien, mit solchem Argwohn auf und glaubte, daß Alles mit einer Verschwörung zum Zweck der Herstellung einer Adelsherrschaft oder einer Tyrannis zusammenhänge. Wegen dieser gereizten Stimmung des Volks waren schon viele und ansehnliche Bürger in's Gefängniß geworfen worden, und als die Sache gar kein Ende zu nehmen schien, sondern die Erbitterung und Leiden- 4l5 v. Chr, schaft von Tag zu Tag stieg.und immer mehr Menschen .eingezogen wurden, so ließ.sich, einer der Gefangenen, der von Allen der Schuldigste zu sein schien, durch einen Mitgefangenen bereden, ein Geständnis zu machen — ob wahr oder unwahr, , muß dahingestellt bleiben; Vermuthungen werden für..beide Meinungen aufgestellt, aber .die Wahrheit in Betreff der-wirklihcen Thäter konnte damals und kann auch.heute Niemand mit Gewißheit angeben.. Jener indeß überredete den Andern,, indem er ihm sagte,, er selber werde sich Straflosigkeit erwirken, ob er nun der Thäter sei oder nicht, und den Staat werde er von der Gefahr des allgemeinen Mißtrauens befreien. Denn sein Leben werde er. eher erhalten, wenn er ein Geständniß mache, welchem Straflosigkeit zugesichert sei, als'wenn er bei seinem Läugnen beharre und sich dem Richterspruch unterwerfen müsse. Jener also machte sowohl gegen sich selbst, als auch gegen Andere die Anzeige, den Frevel an den Hermen begangen zu haben. Das Volk aber nahm dieß Geständniß, welches es für wahrheitsgetreu hielt, um so lieber an, als es vorher sehr erzürnt , darüber gewesen war, daß man diejenigen nicht sollte herausbringen können, welche die Volksherrschaft zu stürzen trachteten. Sie gaben also den Anzeiger und mit ihm Alle die, welche er nicht mit angeklagt hatte, frei, über die Angeschuldigten aber hielten sie Gericht und tödteten diejenigen, die sie in Händen'hatten, die Entflohenen aber verurtheilten sie gleichfalls zum Tode und setzten für deren Mord, einen Preis aus. Indeß auch hiebei war es ungewiß, ob die Betroffenen nicht mit Unrecht bestraft würden, aber die übrige Stadt hatte.freilich unter jenen Umständen offenbaren Nutzen davon...< : , i

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