Book 6
62
Danach theilten die beiden zurückgebliebenen Feldherrn der 415 v. Chr. Athener in Sieilien das Heer in zwei Theile und verloosten diese unter sich. Dann schifften sie mit der gesammten Macht gegen Selinus und Egesta, um sicher in Erfahrung zu bringen, ob die Egestaner das Geld hergeben wollten, und um die Verhältnisse der Selinuntier durch eigene Anschaung kennen zu lernen und sich über die Natur ihrer Streitsachen mit den Egestanern zu belehren. , Sie steuerten also an der Küste hin, Sieilien zur linken Hand lassend, d. h. die Seite der Insel, welche dem Tyrrhenifchen Meerbusen zugekehrt ist, und landeten bei Himera, der einzigen hellenischen Stadt in diesem Theile SicilienS; und da man sie.hier nicht aufnahm, so fuhren sie weiter. Im Vorbeifahren nahmen sie Hykkara, ein Titanisches Städtlein, das mit den Egestanern Feindschaft hatte und dicht am Meere lag. Die Athener machten die Einwohner zu Sklaven und übergaben den Platz den Egestanern, welche eine Reiter- abtheilung geschickt hatten. Sie selbst marschirten dann mit der Landmacht durch Sikulisches Gebiet, bis sie nach Katana kamen, wahrend ihre Schiffe mit den Sklaven die Fahrt um die Insel fortsetzten. Nikias selbst aber fuhr sogleich von Hykkara weiter an der Küste hin nach Egesta, verhandelte Verschiedenes mit ihnen, erhielt dreißig Talente ausbezahlt und fand sich dann wieder beim Heere ein. Sie verkauften nun die Sklaven und lösten daraus hundert und zwanzig Talente, dann schifften sie weiter bei ihren Bundesgenossen unter den Sikulern herum und forderten sie auf, ihnen Zuzug an Mannschaft zu schicken. Mit der andern Hälfte ihrer Macht aber zogen sie gegen das Geleatifche Hybla, welches feindlich gesinnt war, konnten es aber nicht einnehmen. So ging der Sommer zu Ende. <