Book 6
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„Wozu bedarf es langer Ermunterung, ihr Männer? Zum Kampfe sind wir ja hier, und Alle zum selben Kampfe. Unsere Rüstung scheint mir geschickter, um Muth einzuflößen, als schöne Worte, die an ein schwaches Heer gerichtet würden. Wo Argiver und Mantineer und Athener und die Ersten der Inselbewohner zu einander stehen, wie sollte da Einer mit solchen und so zahlreichen Bun» desgenossen nicht große Zuversicht des Sieges hegen, zumal gegen- 415 v. Chr. über Leuten, die nur ihren Volkshaufen entgegenstellen können, und nicht so auserlesene Männer, wie wir, — und was noch mehr ist, gegenüber Sikelioten, die zwar meinen, uns verachten zu dürfen, uns aber nicht Stand halten werden, weil ihre Geschicklichkeit hinter ihrer Kühnheit zurückbleibt. Es habe aber auch Jeder vor Augen, daß wir weit von unserer Heimat entfernt sind und hier keinen befreundeten Boden haben, außer den ihr selber mit dem Schwert erkämpfen werdet. Und ich rufe euch das Gegentheil von dem zu, was die Feinde, wie ich wohl weiß, den Ihrigen sagen werden. Jene sagen, daß sie um ihr Vaterland kämpfen, — ich sage euch, daß ihr hier nicht im Vaterlande kämpft, sondern an einem Orte, wo ihr siegen müßt, wenn ihr nicht einen Rückzug unter großen Gefahren haben wollt. Denn zahlreiche Reiterei wird euch dann auf dem Hals fitzen. So gedenkt also eures eigenen Werthes, geht muthig an die Feinde und seid überzeugt, daß die vorhandene Noth und Hülslofigkeit mehr zu fürchten find, als die Feinde."